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RE:Theodoretos 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Bischof von Kyrros
Band V A,2 (1934) S. 17911801
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Theodoretos. 1) Bischof von Kyros (Prov. Euphratensis) 393 bis ca. 465.

I. Leben

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I. Leben. T. ist in Antiochien etwa gegen 393 geboren worden. Seine Mutter (sie muß wohl 363 geboren sein; nach hist. rel. 9; III 1190 ist T. in ihrem 30. Lebensjahre geboren, d. i. 393; vgl. zur Chronologie Tillemont XV 869), deren Namen T. nicht nennt, stand in sehr enger Verbindung mit den Mönchen des Antiochenischen Landes (hist. rel. 6; III 1173. 9; III 1188ff.; III 1207). So hatte ein Mönch Makedonios ihr nach einer langen kinderlosen Ehe die Geburt eines Knaben prophezeit (hist. rel. 13; III 1213), der das einzige Kind der Ehe blieb (hist. rel. 9; III 1190). Infolgedessen wurde T. Gott geweiht (hist. rel. 13; III 1215: πολλάκις ἔλεγε [sc. Makedonios] μετὰ πολλῶν, ὦ παιδίον, γεγέννησαι πόνων· πολλάκις διετέλεσα νύκτας τοῦτο μόνον τόν θεὸν ἱκετεύων ὥστε σου τοὺς γονέας τοῦτο γενέσθαι ὃ μετὰ τὴν γέννησιν ὠνομάσθης; daher sein Name Θεοδώρητος, vgl. ep. 81; IV 1140), d. h. für den Beruf eines Geistlichen bestimmt. So stand er von früh an unter dem Einfluß der syrischen Mönche, deren Unterricht er genoß und mit denen er zusammenlebte (ἐν ἀσκητηρίῳ βιώσας ep. 79. 80. 81; IV 1136. 1137. 1140; wahrscheinlich ein Kloster, 3 Meilen von dem syrischen Apamea entfernt, ep. 119; IV 1202, wohin er später verbannt wurde, vgl. Tillemont XV 216). Wohl nur vorübergehend bekleidete er das Amt eines Lektors (hist. rel. 12; III 1203). Im J. 423 (vgl. ep. 83; IV 1146) wurde er gegen seinen Willen (ep. 81; IV 1140) wohl von Theodot von Antiochien (ep. 41; p. 34 Sakellion) zum Bischof der Stadt Kyros im Metropolitansprengel von Hierapolis gemacht.

T. hat zunächst und mit großer Hingabe auch in Jahren der großen Kämpfe in der Kirche des [1792] Ostens sich der Betreuung seiner Gemeinde gewidmet und sich in der stark bevölkerten Diözese besonders die Bekämpfung der Juden, Heiden und Ketzer angelegen sein lassen. Aber in die Geschichte ist er abgesehen von der Bedeutung seiner Beteiligung an den kirchenpolitischen Kämpfen durch sein ausgedehntes Schrifttum eingegangen. Er stand von früh an unter dem Einfluß der antiochenischen Schule, die von dem Geiste Diodors von Tarsus und Theodors von Mopsueste bestimmt war. Ob Theodor selbst zu seinen Lehrern zu zählen ist, ist fraglich (ep. 16; IV 1078 bezeichnet er vielleicht nur ganz allgemein Theodor als Kirchenlehrer. Diodor kann er nicht mehr gekannt haben) ebenso wie die Nachricht, die sich nur bei Nikephoros Kallistos (14. Jhdt.) Η. E. XIV 54 findet, daß T. ein Schüler des Iohannes Chrysostomus gewesen sei (vielleicht nur aus den von Phot. bibl. cod. 46 beschriebenen Reden auf diesen). Jedenfalls verraten seine Schriften ein großes Vertrautsein mit heidnischer Bildung und der Gedankenwelt der kirchlichen Schriftsteller. T. zählt zu den fruchtbarsten Schriftstellern der alten Kirche, wenn auch seine Werke nicht immer höheren Ansprüchen genügen. In die Kämpfe zwischen dem Alexandrinischen und Konstantinopler Patriarchen, von denen auch der Antiochener nicht unberührt bleiben konnte, wurde T. durch seine Widerlegung der 12 Anathematismen des Kyrillos von Alexandrien gegen den T. nahestehenden Nestorios hineingezogen. Am 19. Nov. 430 wurde die von Nestorios geforderte Reichssynode von dem Kaiser nach Ephesus berufen, und schon am 22. Juni 431 Nestorios durch die Kyrillianer in Abwesenheit der antiochenischen Freunde des Nestorios abgesetzt. Am 26. desselben Monate trafen Iohannes von Antiochien und seine Bischöfe, darunter auch T., ein und setzen ihrerseits Kyrillos und Memnon von Ephesus ab. Der Kaiser war bereit, die beiderseitig ausgesprochenen Exkommunikationen gutzuheißen, berief aber zur Erledigung der Glaubensfrage, die der Anlaß des Konzils gewesen war, nämlich der christologischen Frage, je eine Gesandtschaft der beiden Parteien zu sich an den Hof. Auf Antiochenischer Seite stand neben Iohannes vor allem T. Die Beredsamkeit T.’ nicht zuletzt verschaffte diesen einigen vorübergehenden Erfolg in einer Verhandlung am 11. Sept. 431 (Acta conc. oec. I 1, 7 p. 76ff. Collect. Athen. nr. 65. 66). T. selbst gibt in einem Briefe an Alexander von Hierapolis (Acta conc. oec. I 1, 7 p. 79f. Collect. Athen. 69) eine eindrucksvolle Schilderung davon, wie er in einer oberen Etage des Säuleneingangs des Hofes, als der Bischof von Chalkedon ihm den Zutritt zu der Kirche verweigerte, eine Rede hielt. Das Volk jubelte ihm zu, der Klerus und die fanatischen Mönche hätten ihn beinahe gesteinigt. Da ließ ihn der Kaiser zu einer Privataudienz vor. Freimütig tritt T. ihm entgegen, erreicht aber von dem schwachen Kaiser nur Redefreiheit, die er und Iohannes recht auszunutzen suchen. Nach fünfmaliger Audienz, in denen die Orientalen fortgesetzt die Zurücknahme der Kephalaia, d. h. der Anathematismen, des Kyrillos verlangten, erreichten sie infolge der Umtriebe der Gegenpartei nichts. Eine Predigt [1793] T.’ (Acta conc. oec. I 1,7 p. 82. Collect. Athen. 71) und des Johannes geben einen Eindruck von dem Auftreten der beiden. Und so verließen sie unter Protesten, obwohl sie der Kaiser nicht mit einem Tadel wie die Kyrillianer entlassen, Chalkedon. Bald darauf trat eine Synode der Antiochener in Tarsus zusammen, wo sich die Front der Freunde des Nestorios fester zusammenschloß und T. insbesondere scharf gegen die Absetzung des Nestorios Stellung nahm (Acta conc. oec. I 4 p. 104, 11). Die Einigung zwischen den Antiochenern und den Kyrillianern war vom Kaiser den beiden Parteien aufgetragen worden. Sie wurde in den nächsten Jahren eifrig betrieben. Im September 432 trat in Antiochien eine Synode zusammen (Acta conc. oec. I 4 p. 91,13 u. ff.). Die Friedensaktion hatte Erfolg, allein einige syrische Bischöfe, unter ihnen auch T., hielten sich zurück, als Kyrill tatsächlich von dem Inhalt der 12 Kapitel zurücktrat. Eine kleine Fronde, mit der T. sympathisierte, konnte sich dem Wunsche des Johannes von Antiochien nach Frieden nicht widersetzen, obwohl mehrmals in Anwesenheit des T. während des J. 432 auf 433 in Beroia, Hierapolis und Zeugma Zusammenkünfte der Freunde des Nestorios stattfanden und sich die Front enger zusammenschließen konnte (Acta conc. oec. I 4 p. 109, 6. 134, 17. 186, 27). Schließlich nach einer geheimen Abmachung zwischen Johannes von Antiochien und T. (Acta conc. oec. I 4 p. 153, 40) schloß sich T. 434 dem Frieden an, ohne Nestorios zu verdammen. Die Jahre nach 437 brachten im Zusammenhang mit andauernden Wirren um die christologische Frage in Syrien den Angriff Kyrills auf Theodoros von Mopsueste und Diodoros von Tarsos. T. griff hier bald wieder zur Feder (s. u. S. 1796 Nr. 4), was nun in Verbindung mit den Streitigkeiten um Rabbulas und Ibas von Edessa die weittragendsten Folgen für T. haben sollte. Nach dem Tod des Johannes von Antiochien 442 erlangte den antiochenischen Thronos sein Neffe Domnos. Unter diesem hatte T. tatsächlich einigen Einfluß auf die große Kirchenpolitik. 443 wurden antiochenisch gesinnte Bischöfe in Antarados und Emesa (vgl. Akten der 2. ephesen. Synode syrisch S. 127) und von allem der Komes Irenäus, ein intimer Freund des Nestorios, in Tyrus als Bischöfe, insbesondere unter der Mitwirkung T.’, eingesetzt. Am 18. April 448 folgte dann mit der Publikation einer kaiserlichen Verfügung, die die gegen Nestorios von 436 erneuerte und alle Schriften, die im Gegensatz zu den konziliaren Bekenntnissen standen, zu verbrennen befahl, die Gegenaktion der Alexandriner unter Führung des neuen Bischofs von Alexandrien Dioskuros. Dazu wurde Irenäus von seinem Stuhl entfernt und T., der gerade an diesem Sonntag in Antiochien gepredigt hatte, fand bei seiner Rückkehr in Kyros einen kaiserlichen Befehl vor, der ihn zwang, die Stadt nicht zu verlassen. Dennoch beriet er den Patriarchen Domnos, indem er einige Briefe für ihn verfaßte und in vielem sich als der spiritus rector erwies. Aus den nun folgenden Auseinandersetzungen zwischen Domnos und Dioskoros ist ein Brief T.’ an Dioskoros (ep. 83) wichtig, in dem T. die Unionsformel von 434 aufnimmt. Aber den Alexandriner konnte diese [1794] Aktion nicht befriedigen und es gelang ihm, den Kaiser gegen T. einzunehmen, so daß T. infolge kaiserlichen Befehls zum Verlassen seiner Diözese gezwungen wurde (ep. 79–82). Aus seinem Kloster in der Nähe von Apamea (vgl. ep. 113) richtete T. eine große Anzahl Briefe an ihm bekannte Hofleute, aber erfolglos (vgl. ep. 92 und 95 und viele der Briefe bei Sakellion). Die Unruhen in Syrien und vor allem der Prozeß gegen Eutyches in Konstantinopel führten dann zu der Synode zu Ephesus 449, die am 8. August zusammentrat. In der zweiten Session am 22. d. Μ. wurde T. auf Grund eines Briefes an die syrischen Mönche (ep. 151) und seiner Verteidigungsschrift für Theodor und Diodor gegen Kyrill ungehört verurteilt und abgesetzt. Ein Appellationsschreiben T.’ an Papst Leo I. (ep. 113) veranlaßte eine energische Intervention seitens des Päpstes und schuf neben anderem die Vorbedingungen für das nach dem Tode des schwachen Theodosius II. im J. 451 nach Chalkedon berufene Konzil. (Für die Vorkommnisse zwischen Ephesus und Chalkedon vgl. auch Zacharias Rhetor H. E. III 1. Corp. script. Christ. or. syr. III 5, 6. Versio p. 101, 33ff.) Hier wurde schließlich T. zu den Verhandlungen zugelassen und nach einer entsprechenden Erklärung seinerseits, die besonders eine ausdrückliche Verdammung der Theologie des Nestorios enthielt, erlangte er die Rehabilitation. Danach hat er noch einige Zeit in seiner Diözese gewirkt und wieder sich der schriftstellerischen Tätigkeit zugewandt. In diese Zeit fällt noch ein Brief Leos an ihn (ep. Leonis nr. 120). Wann er gestorben ist, steht nicht fest Wahrscheinlich lebte er noch in den 60er Jahren des 5. Jhdts.

Ein konsequenter Verfechter der antiochenischen Theologie ist T. nicht gewesen, er hat die Theologie des Nestorios nie völlig gebilligt. Er war der Meinung, daß die Nestorios vorgeworfenen Ketzereien auf gefälschten Schriften beruhten. Und daher war es nicht ein Verrat des Freundes, wenn er seine Theologie verwarf, den Mann hat er nie fallen gelassen. T. hat immer eine theologische Haltung vertreten, die gegenüber der des Theodor von Mopsueste durchaus gemäßigt war und in vielem der theologischen Überzeugung des Johannes Chrysostomos ähnelte. Sein sanguinisches Temperament verleitete ihn mehr als für ihn gut war, sich in die große Politik einzumischen. Er hatte hier keine glückliche Hand und war als Gelehrter allzu sehr in Gefahr, die Prinzipien in der Wirklichkeit des politischen Kampfes durchzufechten, ohne ganz klar zu sehen, daß es in den großen Kämpfen doch auch um andere Dinge ging als um gewisse theologische Überzeugungen.

II. Schriften

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II. Schriften. T. gibt über seine Schriftstellerei in ep. 82. 113. 116 und 145 einige Auskunft, um seinen Freunden und Gegnern die Unterlagen zur Beurteilung seiner Rechtgläubigkeit zur Verfügung zu stellen. Schon deshalb sind die Verzeichnisse nicht vollständig. Auch Photios in seiner Bibliothek cod. 18. 31. 46. 56. 203. 204. 205. 273 hat sich reichliche Notizen über die ihm bekannten Schriften gemacht. Was die Syrer von T. kennen, lese man bei Baumstark Gesch. d. syr. Lit. 106 nach.

[1795]

A. Dogmatica und Polemica

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A. Dogmatica und Polemica.

1. Widerlegung der 12 Anathematismen des Kyrillos von Alexandrien gegen Nestorios (V 1ff.): auf Betreiben des Johannes von Antiochien Anfang 431 verfaßt T. wandte sich in dieser Schrift gegen die Anathematismen Kyrillos vom November 430 und suchte den antiochenischen Standpunkt gegen Kyrillos Monophysitismus darzulegen und die Rechtgläubigkeit des Nestorios unter Beweis zu stellen. Diese Schrift, als Ganzes infolge des Urteile der 5. ökumenischen Synode von 553 vernichtet und daher nicht mehr erhalten, ist diejenige, gegen die sich Kyrill in seiner apologia XII capitulorum contra Theodoretum (i. e. ep. ad Euoptium) in Acta conc. oec. I 1, 6 p. 107–146 (Collect. Vaticana 167–169) und in dem ἀπολογητικὸς ὑπὲρ τῶν δώδεκα κεφαλαίων πρὸς τοὺς τῆς ἀνατολῆς ἐπισκόπους (Collect. Athen. 24. Acta conc. oec. 11, 7 p. 33ff.) wendet. Die syrischen Nestorianer kannten die Schrift in syrischer Übersetzung, vgl. Baumstark Gesch. d. syr. Lit. 106.

2. Adversus beatum Cyrillum sanctumque concilium Ephesenum libri quinque. 431. Als Ganzes verloren aus dem gleichen Grunde wie nr. 1. Eine größere Anzahl von lateinischen Fragmenten ‚Fragmenta Theodoreti ex libris quinque adversus beatum Cyrillum sanctumque concilium Ephesenum‘ ist in der Collectio Palatina erhalten; vgl. jetzt die Publikation der Collectio Palatina von E. Schwartz in Acta conc. oec. I 5, 1 p. 165, 39. Griechische Fragmente hat die Lukaskatene des Niketas von Herakleia aufbewahrt, die recht unkritisch und wahllos mit den Fragmenten aus anderen Schriften Garnier in seinem Auctarium Theodoreti (V 1168.) publiziert hat. Schwartz hat in seinem Beitrag: Zur Schriftstellerei Theodorets, S.-Ber. Akad. Münch,. phil.-hist. Kl. 1922, 1, 326. nach Hss. der Katene die griechischen Fragmente der Schrift, die hier den Titel Πεντάλογος führt, bekannt gemacht. Wichtige Ergänzungen lieferte Μ. Richard Les citations de Théodoret conserveés dans la chaine de Nicétas sur l’évangile selon S. Luc. in: Rev. bibl. XLIII (1934) 88ff. Die Schrift hat den Decknamen Πεντάλογος erhalten, als sie der Verdammung anheimgefallen war und durch den Titel die Spitze gegen Cyrill verdeckt werden sollte. Photios beschreibt sie in seinem großen Theodoretkodex (cod. 46) ohne genauen Titel. In dieser Hs. standen die 5 Bücher an erster Stelle. Die Nestorianer kannten vielleicht die Schrift vgl. Baumstark 106. Zum Inhalt und auch sonst vgl. Ehrhard: Die Cyrill von Alexandrien zugeschriebene Schrift περὶ τῆς τοῦ κυρίου ἐνανθρωπήσεως, ein Werk des Theodoret von Cyrus, Tübingen 1888, 114ff. 140ff.

3. Περὶ θεολογίας καὶ τῆς θείας ἐνανθρωπήσεως. Vor 431. So der ursprüngliche Titel der Schrift (ep. 133; IV 1191) und Acta conc. oec. I 4 p. 85, 7), die A. Mai als ein zweigeteiltes Werk unter dem Namen Kyrills aus Cod. Vatic. gr. 801 f. 176–203 (Script vet. nova collect. VIII 27–1037 und Nova patr. bibl. II 1–74; Migne G. LXXV 1147–1190 und 1419–1478) herausgegeben hat. Daß die Schrift T. angehört, hat A. Ehrhard in der unter Nr. 2 genannten Abhandlung glänzend bewiesen. Neuerdings sind [1796] durch Schwartz in seinem Aufsatz über die Schriftstellerei Theodorets (vgl. unter nr. 2) neue Fragmente beigebracht worden, vgl. auch die lateinischen in der Collectio Palatina nr. 41; Acta conc. oec. I 5, 1 p. 1698. Und vor allem hat J. Lebon aus dem schier unerschöpflichen Schatze an Väterstellen bei Severus von Antiochien Zitate mitgeteilt, wo auch der durch T. bezeugte Titel ‚de theologia sanctae trinitatis et de oeconomia‘ einer Schrift in zwei Büchern mit Kapiteleinteilung erhalten ist; Lebon Revue d’histoire ecclésiastique XXVI (1930) 524ff. Schwartz hat eindeutig gezeigt, daß die Schrift vor 430 anzusetzen ist. Die syrischen Nestorianer kannten die Schrift offenbar unter dem Titel περὶ οἰκονομίας; vgl. Baumstark 106. Der syrische Text ist nicht erhalten. Die Schrift will nicht polemisieren, sondern die orthodoxe Lehre gegen die Apollinaristen verteidigen.

4. Apologie des Bischofs T. zugunsten Diodors und Theodors, Soldaten der Gottesfurcht. Nach 438 (denn Kyrills Schrift dürfte erst 438 abgefaßt sein, vgl. Schwartz Konzilsstudien II, Schriften d. wiss. Gesellschaft in Straßburg, 20. Heft, 31f.), Abwehr von Kyrills Polemik gegen Diodor und Theodor von Mopsueste. Von T. ep. 16 (IV 1078) erwähnt. Nur in Exzerpten erhalten, die als Grundlage für die Anklage auf dem Ephesenum 449 verlesen wurden; Akten d. ephesinischen Synode vom J. 449 syrisch, hrsg. von J. Flemming Abh. Ges. d. Wiss. Göttingen N. F. XV 1 S. 1058. Über die Vorgeschichte des Streites um Diodor und Theodor vgl. Schwartz Konzilsstudien 278.

5. Ἐρανιστὴς ἤτοι πολύμορφος (IV 1–279. Migne G. LXXIII 27–336). 447. In Dialogform wird der Monophysitismus bekämpft als ein zusammengebettelter, vielgestaltiger Wahn der früheren Ketzer, wie die Vorrede sagt. Die drei Dialoge behandeln folgende Themen der christologischen Frage: ἄτρεπτος (unveränderlicher Natur), ἀσύγχυτος (unvermischter Natur) und ἀπαθής (leidensunfähiger Natur). Testimonien aus der Väterliteratur sollen den Beweisgang jedes Dialoges abschließen. Als Anhang wird eine Zusammenfassung der Disputation zwischen dem Orthodoxen und dem Bettler als ἀποδείξεις διὰ συλλογισμῶν gegeben. Die ganze Schrift im Ausbau und in den Zitaten ist von einem Dossier abhängig, das von den Orientalen in Chalkedon 431 zusammengestellt worden ist (vgl. Acta conc. oec. I 1, 3 p. 41, 18.), vgl. L. Saltet in Revue d’histoire ecclésiastique VI 289ff. 513ff. 741ff.

6. Ὅτι καὶ μετὰ τὴν ἐνανθρώπησιν εἰς υἱὸς ὁ κύριος ἡμῶν ὁ Ἰησοῦς Χριστός (IV 1307–1313. Migne G. LXXIII 1433–1441). 448. Photios nennt cod. 46 an sechster Stelle des T.-Kodex, der die λόγοι κζ πρὸς διαφόρους δέσεις enthält, eine Schrift (cod. 46 Bekk. p. 10 b 12): ὅτι εἷς ἐστιν υἱὸς ὁ κύριος ἡμῶν Ἰησοῦς ὁ Χριστός. Während bei Photios nr. 1–5 mit dem Pentalogos identisch sind und nr. 7–27 die Antilogia des Eutherius von Tyana beschreiben (vgl. G. Ficker Eutherius v. Tyana 8f.), ist die besagte nr. 6 die in dem Cod. Basiliensis A III 4 (vgl. Acta conc. oec. I 1, 6 p. III) anonym überlieferte Schrift. E. Schwartz Acte conc. oec. I 1, 6 p. III und nach ihm Μ. Richard Revue des [1797] Sciences religieuses XIV (1934) 34ff. haben gezeigt, daß dieser Traktat von T. in der ep. 16 (IV 1078), ep. 109 (IV 1178) und ep. 130 (IV 1219) erwähnt wird: ep. 109: οὗ δὴ χάριν ἐν κεφαλαίῳ γράψας, ἃ περὶ τῆς μονογενοῦς ἐνανθρωπήαεως μεμαθήκαμεν.

7. Ἔκθεσις πίστεως. Dieser unter dem Namen Iustins überlieferte Traktat, der diesem aber sicher nicht angehört, ist einer sehr großen Zahl ganz verschiedener Autoren der alten Kirche zuzuweisen versucht worden, bis jetzt endlich Lebon mitgeteilt hat, daß Severus von Antiochien die ἔκθεσις als Schrift T.’ zitiert, vgl. Revue d’histoire ecclésiastique XXVI (1930) 536f. Die äußere Bezeugung stimmt mit den inneren Indizien aufs beste zusammen. Hat doch z. B. Harnack die ἔκθεσις gern Diodor zuweisen wollen. Unter diesen Umständen wird man auch die gewöhnlich unter dem Namen Iustins bezeugten, aber diesem gleichfalls nicht gehörenden quaestiones et responsiones ad orthodoxos (zuletzt handelte über sie G. Bardy Rev. bibl. XLIII [1933] 2118.) T. zusprechen müssen, zumal Papadopulos Kerameus aus einer Hs. des Metochions des heiligen Grabes in Konstantinopel nr. 452, 10. Jhdt die quaestiones unter dem Namen T.’ herausgegeben hat (Sapiski istor.–fil. fakultete imper. S. Petersburg Universitet XXXVI [1895]) und sich laut einer Mitteilung von Μ. Richard Rev. bibl. XLIII (1934) 92 in der Lukaskatene des Niketas von Herakleia ein Zitat aus qu. 58 als T.’ Eigentum findet. Eine Reihe dogmatischer Schriften werden von T. genannt, sind aber nicht mehr erhalten.

8. T. nennt ep. 82 (IV 1143), ep. 113 (IV 1191) und ep. 116 (IV 1197): κατὰ Ἀρείου καὶ Εὐνομίου. Unter dem Namen T.’ ist eine solche Schrift nicht erhalten. Man hat aber versucht, Teile der unter dem Namen des Athanasius und des Maximus Confessor überlieferten Dialogi quinque de trinitate für T. in Anspruch zu nehmen. Der überzeugende Beweis dafür ist bis heute noch nicht erbracht worden, vgl. Bardenhewer IV 228.

9. Κατὰ Μακεδονίου, vgl. ep. 116 (IV 1197), ep. 82 (IV 1143). Ob damit die haer. fabul. comp. V 3 (IV 392) erwähnten drei Bücher: περὶ τοῦ ἁγίου πνεύματος κατὰ τῶν τῆς τούτου χάριτος ἐρήμων αἱρετικῶν identisch sind, bleibt fraglich.

10. Πρὸς τοὺς Ἀπολιναρίου φρενοβλάβειαν άσπαζομένους ep. 145. (IV 1246), ep. 82 (IV 1143), verschollen.

11. Πρὸς τοὺς τῇ Μαρκίωνος σηπεδόνι κατεχαμένους ep. 145 (IV 1246), ep. 82 (IV 1143), ep. 116 (1197), gleichfalls verschollen.

12. Μυστικὴ βίβλος in 12 Büchern ep. 82 (IV 1144) haer. fab. comp. V 18 (TV 442). Nicht überliefert.

13. Eine Schrift gegen Origenes erwähnt der Syrer Ebed Jesu, Assemani BibL Orient. 3, 1 p. 40.

B. Apologetica

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B. Apologetica. 14. Πρὸς τὰς πεύσεις τῶν μάγων ep. 82 (IV 1143), ep. 113 (IV 1191), vielleicht aus der Zeit vor 430, wahrscheinlich im Hinblick auf die Christenverfolgungen unter Bahram V. und Jezdegerd II. verfaßt. Über den Inhalt finden sich einige Angaben quaest. in Lev. I (I 176): über [1798] die Notwendigkeit der Opfer im A. T., und aus KG V 39, 5 (343, 10ff. Parmentier) läßt sich vermuten, daß das Werk in Form der quaestiones et responsiones abgefaßt war. Vgl. J. Schultze Theodoret von Cyrus als Apologet (Theol. Studien d. Leo-Gesellschaft X, Wien 1904, 2–6). In der Katene zu den Königsbüchern findet sich ein Zitat ἐκ τοϋ γ’ λόγου τοῦ κατὰ Μανιχαίων vgl. Karo-Lietzmann S. 18.

15. Κατὰ Ἰουδαίων, ep. 116 (IV 1197), ep. 113 (IV 1191). Nach ep. 145 (IV 1246) hat die Schrift zum Inhalt: ὅτι περὶ αὐτοῦ (sc. Christus) τὰς προρρήσεις οἱ προφῆται πεποίηνται. Wohl vor 430. Direkt ist nichts überliefert. Schultze hat S. 8 in Nachfolge von Glubokowskij II 200 eine umfangreiche Marginalglosse in Cod. Laur. 6, I s. XIV als ein Stück aus der Judenapologie T.’ nachgewiesen. Der Beweis von Schultze ist überzeugend.

16. Περὶ προνοίας λόγοι δέκα (IV 482–686. Migne G. LXXIII 555–774). Die vor 430 stilistisch sehr sorgfältig ausgearbeiteten Reden sind vor Gebildeten in Antiochia gehalten. Die providentielle Zweckmäßigkeit in der Natur und die Bedeutung der Menschwerdung des Sohnes Gottes werden als vorzüglicher Beweis für die Vorsehung Gottes dargestellt.

17. Ἑλληνικῶν θεραπευτικὴ παθημάτων ἢ εὐαγγελικῆς ἀληθείας ἐξ Ἑλληνικής φιλοσοφίας ἐπίγνωσις. Vor 449. Ganz erhalten. 12 apologetische Abhandlungen über den Glauben, περὶ ἀρχῆς, über die Engel, Materie und Kosmos, die menschliche Natur, die Vorsehung, die Opfer, die Märtyrer, die Ethik, die Orakel, das Ende der Welt, das praktische Leben der Philosophen und der Jünger Christi. Die ganze Darlegung ist mit einer sehr großen Zahl heidnischer Zeugnisse versehen und die Schrift gibt von der ausgebreiteten Kenntnis T.’, der allerdings sehr oft aus zweiter Quelle schöpft, einen Eindruck. Euseb und Clemens Alexandrinus sind besonders ausgeschrieben. Maßgebende Ausgabe von J. Raeder 1904 in der Bibliotheca Teubneriana. Vgl. Schultze 286.

C. Exegetica

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C. Exegetica. 18. Den Oktateuch und die Samuelis – und Königsbücher sowie die Chronik kommentiert T. in der Form der Behandlung der schwierigen Fragen der Bücher (I 3–600. Μigne G. LXXX 75–858). Nach 453, denn die Prophetenkommentare werden vorausgesetzt. Die Chronik wird jedoch in fortlaufendem Kommentar behandelt. Über die Quaestiones zum Oktateuch vgl. Bardy Rev. bibl. XLIII (1933) 219ff., wo 225 wichtige Mitteilungen über die hsl. Überlieferung gemacht werden. Ebenda 343, 2 machte Bardy darauf aufmerksam, daß Anastasius Sinaites (7. Jhdt.) T. benutzt (vgl. Biblica VI [1925] 210) und 348f., daß der Patriarch Photios (9. Jhdt.) die Kommentare sehr ergiebig ausschreibt. Zu dem Königsbücherkommentar vgl. A. Rahlfs Septuaginta-Studien, 1. Heft 1904.

19. Ἑρμηνεία εἰς τοὺς ἑκατὸν πεντήκοντα ψαλμούς[WS 1] (I 601–1586. V 72ff. Migne LXXX 857–1998. LXXXIV 19ff.). Vor 449. Fortlaufender Kommentar zu den 150 Psalmen. Auseinandersetzung mit früheren Kommentatoren, die Profetie der Psalmen auf Christus und die Apostel soll herausgearbeitet [1799] werden. Zur Überlieferung des Textes vgl. Grosse-Brauckmann[WS 2] GGN 1911, 336ff.

20. Ἑρμηνεία εἰς τὸ ᾆσμα ᾀσμάτων[WS 3] (II 1–164. Migne G. LXXXI 28). Erstes exegetisches Werk, ein fortlaufender Kommentar, auf Anregung des Johannes von Germanikeia (431–459) geschrieben. Unter starker Benutzung von Origenes’ Kommentar (vgl. W. Riedel Die Auslegung des Hohenliedes in der jüdischen Gemeinde u. der griech. Kirche, Lpz. 1898, 86ff.) legt T. den Nachdruck darauf, daß ᾆσμα ᾀσμάτων[WS 4] ein geistliches Buch ist und nicht ein menschliches Liebesverhältnis zum Gegenstand hat (gegen Theodor von Mopsueste).

21. Ὑπόμνημα εἰς τὰς ὁράσεις τοῦ προφήτου Δανιήλ (II 1053–1304. Migne G. LXXXI 1255–1546). Nach 430. Fortlaufender Kommentar mit starker Polemik gegen die Juden. Eine ausgezeichnete Vorarbeit zu einer kritischen Ausgabe mit Probetexten lieferte L. Canet Mélanges d. archéol. et d’hist. XXXVI (1914) 154ff., dort auch über die früheren Ausgaben.

22. Ἑρμηνεία τῆς προφητείας τοῦ θείου Ἰεζεκιήλ (II 669–1052. Migne G. LXXXI 807–1256).

23. Ἑρμηνεία εἰς τοὺς δώδεκα προφήτας (II 1305–1694. Migne G. LXXXI 1545–1988).

24. Ἑρμηνεία εἰς τὸν προφήτην Ἠσαΐαν. Bisher nur in den Katenenexzerpten bekannt. Der ganze Kommentar wurde von A. Möhle in Cod. nr. 17 des Metochions des heiligen Grabes in Konstantinopel entdeckt und in den Mitteilungen des Septuaginta-Unternehmens der Gesellschaft der Wiss. zu Göttingen Bd. V: Theodoretos von Kyros Kommentar zu Jesaja, hrsg. v. A. Μöhle, Berl. 1932, publiziert.

25. Ἑρμηνεία τῆς προφητείας τοῦ θείου Ἰερεμίου (II 403–608. Migne G. LXXXI 495–806), mit Baruch und Klagelieder.

26. Kommentar zu den 14 paulinischen Briefen (III 1–718. Migne G. LXXXII 36), wahrscheinlich später als die übrigen Exegetica. T.’ Ruhm als Exeget ist in der alten Kirche unbestritten, da er sich durch Knappheit in der Exegese und Durchsichtigkeit des Vorgetragenen auszeichnet. Allerdings kann er nicht immer Originalität für sich in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu Theodor von Mopsueste übt er durchaus die allegorische Erklärung. Im ganzen steht er Johannes Chrysostomos nahe.

D. Historica

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D. Historica. 27. Φιλόθεος ἱστορία ἢ ἀσκητικὴ πολιτεία (III 1099–1295. Migne G. LXXXII 1283–1496). Um 444. Sammlung von Geschichten der Mönche und Asketen, ähnlich der Palladischen Historia Lausiaca. Vornehmlich sind die T. persönlich bekannten Mönche behandelt worden. Den Abschluß bildet ein λόγος περὶ τῆς θείας καὶ ἁγίας ἀγάπης (III 1296–1319. Migne G. LXXXII 1497–1522). Eine ganze Reihe von Geschichten haben sieh auch in syrischer Übersetzung erhalten, vgl. Baumstark 106. H. Lietzmann hat über die hsl. Überlieferung gehandelt in: Texte u. Unters. XXXII 4 S. 197ff.

28. Ἐκκλησιαστικὴ ἱστορία. Nach 426 abgefaßt, während des Aufenthaltes in dem Kloster bei Apamea. Die Darstellung beginnt mit 325 und endet mit 428, dem Tode des Theodor von Mopsueste. [1800] Die Kirchengeschichte hat eine ausgesprochene apologetische Tendenz und will den Sieg der Kirche über die Ketzer, d. h. über die Arianer darstellen. Eine Masse von Urkunden machen die im übrigen sehr leicht hingeworfene und unkritisch verfaßte Kirchengeschichte wertvoll. T. hat nicht verschmäht, vorhergehende Darstellungen, z. B. die des Sokrates (gegen Parmentier) weitgehend auszuschreiben. Die neueste und abschließende Ausgabe mit vorzüglichen Einleitungen, auf die für die Einzelheiten verwiesen sei, hat L. Parmentier für die griechischen christlichen Schriftsteller der ersten drei Jahrhunderte besorgt.

29. Αἱρετικῆς κακομυθίας ἐπιτομή (IV 280–481. Migne G. LXXXIII 335–556) wohl nach 452, etwa 453 dem Komes Sporiacus gewidmet. Darstellung und Widerlegung der ketzerischen Lehrmeinungen von Simon Magus bis zu Nestorios und Eutyches, für die die alten Ketzerbestreiter das Material geliefert haben. Als 5. Buch ist der Schrift eine θείων δογμάτων ἐπιτομή angefügt, eine systematische Darlegung der christlichen Lehre, die in ihrer Art einzig ist. Es sei hier bemerkt daß die Schrift κατὰ Νεστορίου πρὸς Σποράκιον (IV 1041ff. Μigne G. LXXXIII 1153) unecht ist.

30. Über die Synode von Chalkedon. Zacharias Rhetor h. e. VII 6–7 (Corp. script. Christ. Orient. Syr. III 5, 6, Versio S. 27, 8ff.) teilt mit, daß die akoimetischen Mönche in Konstantinopel zur Zeit des Bischofs Makedonios mit diesen zusammen als Verehrer des Nestorios und der antiochenischen Schule charakterisiert werden. Et χρήσεσιν ex eis (sc. libris scholae Diodori et Theodori) et ex opere a Theodoreto de synodi πεπραγμένων composito – quod non est opus quod in linguam syriacam versum est – librum quendam fecit Macedonius eumque auro ornavit et dicebat: ‚Patrum sanctorum est et ecclesiae doctorum.‘ Unter synodus wird in dem ganzen Werk immer Chalkedon 451 verstanden. Es ist demnach ein Werk des T. über diese Synode gemeint. Zeitlich gehört das Werk des Makedonios, auf das angespielt wird, vor dessen Absetzung 511, die gleich darauf erzählt wird. Die Exzerptensammlung aus den Antiochern wird Anlaß zu seiner Absetzung, vgl. S. 29, 9f.

E. Reden und Briefe

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E. Reden und Briefe. 31. Λόγοι εἰς τὸν ἐν ἁγίοις Ἰωάννην τὸν Χρυσόστομον. 5 Reden, von denen Photios cod. 273 einen ausführlichen Bericht gibt. Sonst nichts erhalten.

32. Predigten. Erhalten nur einige Reste (V 104–114) aus den Akten des 3. und 5. allgemeinen Konzils. Alles lateinisch, außer IV 106, die jetzt in den Acta conc. oec. I 1, 7 p. 82–83 auch griechisch zugänglich gemacht worden ist. Die Bruchstücke gehören zu den Reden in Chalkedon (431), und eine Predigt ist in Antiochia nach Kyrills Tode gehalten.

33. Briefe. Die umfangreiche Briefsammlung ist eine der vorzüglichen Quellen zur Geschichte des 5. Jhdts. und für die Lebensgeschichte T.’ T. erweist sich immer als ein ausgezeichneter Briefschreiber. Erhalten sind: Griechisch die Sammlung von 161 Briefen in der Sammlung bei Schultze IV 1054B. (Migne G. LXXXIII [1801] 1174). Dazu kommen noch die nur lateinisch erhaltenen 27 Stücke in der Collectio Casinensis, jetzt Acta conc. oec. I 4. Sakkellion entdeckte in einem Codex in Patmos weitere 48 griechische Briefe (τοῦ μακαριωτάτου Θεοδώρητου ἐπιστολαὶ δυοῖν δεούσαιν πεντήκοντα ἐκ Πατμιακοῦ χειρογράφου τεύχους νῦν πρῶτον τύποις ἐκδ. ὑπὸ Ἰω. Σακκελίωνος. Athen. 1885), die meist aus der Zeit um 449 stammen, und zum größten Teil an die Hofbeamten gerichtet sind. Ep. 16 dieser Sammlung ist mit ep. 58 bei Schultze identisch. Ep. 169 der Sammlung Schultzes ist jetzt auch griechisch bekannt gemacht worden in Collectio Athen. nr. 69 = Acta conc. oec. I 1, 7 p. 79f. Ep. 151 Schultze liegt auch in den nur syrisch erhaltenen Akten der ephesinischen Synode von 449, hrsg. von J. Flemming 91, 25ff., vor. Für die zeitliche Ordnung der Briefe ist so gut wie nichts getan, diese Arbeit ist aber ebenso wie eine kritische Ausgabe der Briefe dringend erwünscht. Man vgl. dazu vor allem die Bemerkung von E. Schwartz Acta conc. oec. I 4 S. XIff.

III. Literatur

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III. Literatur. Die Schriften T.’ liest man immer noch, soweit nicht oben einige neuere Ausgaben genannt wurden, in der Ausgabe von: B. Theodoreti episcopi Cyri opera omnia ex recensione Jacobi Sirmοndi denuo edidit, graeca e codicibus locupletavit, antiquiores editiones adhibuit, versionem latinam recognovit et variantes lectiones adiecit Ioann. Ludiv. Schultze, 5 Bände, Halle 1769ff. Danach wurde oben immer zitiert. Eine Monographie über T. fehlt im Deutschen, ist aber gerade nach der Publikation der ephesinischen und chalkedonischen Akten durch E. Schwartz ein immer dringenderes Bedürfnis. Schwartz hat den Grund für solche Untersuchung in den genannten Studien anläßlich der Herausgabe der Konzilsakten gelegt. Man vgl. außerdem die Darstellungen von Schwartz Cyrill und der Mönch Viktor (S.-Ber. Akad. Wien [1928] 208, 4); Der Prozeß des Eutyches (S.-Ber. Akad. Münch. 1929, 5). Da das russisch geschriebene große Werk über Theodoret von N. Glubokovskij Der selige Theodoret, Bischof von Cyrus, sein Leben und seine schriftstellerische Tätigkeit, eine kirchenhistorische Untersuchung, Moskau 1890, 2 Bände und dazu die wichtigen Ergänzungen von Bolotoff in seinen Theodoreteana: Christianskoje Ctenije 1892 II nicht jedem zugänglich sind, wird man mit Nutzen immer noch als die vollständigste Zusammenstellung der Quellen für Theodorets Geschichte die Darstellung von Tillemont in seinen Mémoires pour servir à l’histoire ecclésiastique 15, 207ff. benutzen. Für die übrige Literatur sei auf Bardenhewer Gesch. d. altkirchlichen Lit. IV 219ff. verwiesen, wo auch die älteren Ausgaben und Untersuchungen verzeichnet sind.

Anmerkungen (Wikisource)

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  1. Vorlage: ψάλμους
  2. Vorlage: Grosse-Bauckmann
  3. ἄσμα ἀσμάτων
  4. ἄσμα ἀσμάτων