Rippur

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Max von Schenkendorf
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Rippur
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 357–358
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[357]
Rippur.

Liebes Kirchlein an der Straßen,
Wer dich einsam hier erbaut,
Hat in Sehnsucht ohne Maßen,
Hat, gleich mir, hinausgeschaut.

5
Nach den Bergen, nach dem düstern

Schauerlichen Waldesgrün;
Wo die hohen Bäume flüstern,
Wo die tiefen Schatten ziehn,

In die ahnungsvollen Weiten,

10
In ein unbekanntes Land,

Wo die Nebelgeister reiten,
Auf der alten Berge Rand.

Kommst so fröhlich hergezogen,
Bächlein, lieber Felsensohn!

15
Rinnet langsam fort, ihr Wogen,

Rauschet mit gedämpftem Ton;

[358]

Denn der alte Riese breitet
Mächtig seine Arme aus,
Und ihr, eilet und ihr gleitet,

20
Um zu sterben, in sein Haus.


Schaust auch du herab vom Hügel,
Grauer, hoher Rittersmann?
Thurm, wer löst das Geistersiegel,
Wer den tausendjähr’gen Bann? –

25
Kirchlein! aus der Lieben Mitte,

Ohne Rast und ohne Ruh
Lenken täglich meine Schritte
Durch die Stoppeln dir sich zu.

Kirchlein, einsam an der Straßen!

30
Wer dich hier einst aufgebaut;

Liebend hat er ohne Maßen
Zu den Bergen aufgeschaut.

Max v. Schenkendorf.