Schwedisches Koch- und Haushaltungs-Buch/Allerhand Arten Wein und Wasser von Früchten zu machen, nebst andern Getränken

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Allerhand Arten Wein und Wasser von Früchten zu machen.

Erstlich, wie die Bouteillen müssen gereiniget und nach der Füllung zugepfropfet werden.

Bouteillen müssen gut gespühlt und alsdann umgekehret werden, damit das Wasser gut auslaufen kann, und muß nichts eher eingezapft werden, bis sie völlig trocken sind. Hernach werden sie auf folgende Art zugepfropft: Zu jede Bouteille nimm einen Pfropfen, der da grösser scheinet, als daß er in die Bouteille gehen sollte; beisse denselben mit den Vorderzähnen der Länge nach rund umher, bis er weich wird, und trockne ihn mit einem Tuch ab; zwinge ihn alsdenn erstlich mit der Hand in die Bouteille, und klopfe ihn hernach mit einer hölzernen Käule völlig hinein. Währendem Klopfen halte die Bouteille in der Hand, und setze sie ja nicht gegen etwas widerstehendes, sonst zerspringet sie. Ist nun etwas in der Bouteille, das zugeharzet werden muß, so präparire dasselbe also: Nimm etwas weniger Wachs, als Harz, und schmelze es zusammen; wenn es alsdann gut geschmolzen und die stärkste Hitze abgezogen ist, so tunke die gepfropfte Bouteille hinein, damit das Harz sich gut über die Oefnung ziehet.

Wie ein Anker zu Beeren-Wein oder Wasser mit Haartuch versehen werden muß.

Schlage den Boden, allwo das Zapfloch sich befindet, aus dem Anker; darauf nimm einen Tonnenband von solcher Weite, daß er gut in das Anker gehet. Nehe erst einen groben Haartuch recht steif ausgespannt über demselben, [441] setze ihm eine gute halbviertel Elle tief in den Anker, und befestige den Band mit kleine hölzerne Nägel, damit es fest sitzet und nicht nieder fallen kann, alsdann lege den ausgeschlagenen Boden wieder auf, und mache das Anker wieder gut dichte. Auf diese Art versiehet man das Anker mit dem Haartuch: Wenn Beeren zu Wein oder Wasser darin gelegt werden, so hält dieses Tuch die Beeren von dem Zapfloch ab. Hiebey erinnere auch, daß der Tonnenband von solchem Holze seyn muß, damit es keinen üblen Geschmack bekommt, nemlich Haseln- oder Birken-Holz, und daß Haartuch muß gut gereiniget werden.

Kirschen-Wasser.

Nimm 4 Kannen Kirschen, (welche nach hiesigem Maasse 12 Pott ausmachen) die frisch gepflückt sind, zerstosse sie mit sammt den Steinen, und schütte sie nachgehends in ein Achtel, darin kurz vorher Wein gewesen ist, und stecke ein Haartuch hinein. Hierauf koche gut Quell- oder Brunnenwasser aber zugedeckt eine Stunde lang, und schäume es gut, und wenn es wieder lauwarm geworden ist, so giesse soviel auf die Kirschen, daß das Achtel beynahe voll wird; laß es mit dem losen Spund bis den andern Tag an einem kalten Ort liegen, und unter der Zeit schütle es einige mahl gut um; nachgehends giesse einviertel Pott Franzbrandtewein dazu, alsdenn schlage es gut zu und trage es in den Keller; wenn es 6 Wochen gelegen hat, so zapfe es auf Bouteillen mit einem kleinen nesseltuchenen Lappen auf den Trichter gelegt, und pfropfe die Bouteillen gut zu. NB. Unter der Zeit, da es in dem Keller liegt, so schütle das Anker zuweilen um; allein 2 Wochen vorher, ehe es abgezapfet wird, muß es nicht gerühret werden, sonst wird es dick. Wenn die Abzapfung sowohl mit diesem als allen nachfolgenden Wassern oder Weinen geschiehet, so muß das ganze Anker auf einmal abgezapfet werden, sonst verliert es seinen Geschmack. Auf selbige Art kocht man auch Hinbeern-Wasser, aber dieselben stösset man nicht.

[442]

Kirschenwasser, so gleich getrunken werden kann.

Zu einem Stoop frische Kirschen nimm ein gut Stoop Quellwasser; die Kirschen stosse mit den Steinen gut klein, vermenge es mit Wasser und 6 Loth Zucker und laß es ein wenig stehen: Hernach giesse es in einen Haartuchsbeutel, hänge ihm auf, und laß es 2 oder 3 mahl auf die Art durchlaufen, daß wenn alles Dünne durchgelaufen ist, man es wieder sachte in den Beutel eingießt, daß das Dicke nicht zu viel in die Höhe kommt, hernach fülle es in Bouteillen, pfropfe sie gut zu und verwahre es. Dieses Wasser hält sich nicht länger als höchstens 3 Tage.

Schleebeern-Wein.

Nimm recht reife und gefrorne Schleebeeren und lege sie auf einem leinen Tuch in den Backofen, der nicht sehr heiß ist; wenn dieselben weich und kalt geworden, so stosse sie klein und fülle ein Anker beynahe halb voll damit an, und giesse so viel Franzwein darauf, daß das Anker voll wird, spunde es alsdenn gleich zu und schütle es gut um; laß es 6 oder 8 Wochen liegen, und währender Zeit schüttle es auch einige mahl um; allein 14 Tage vorher ehe es abgezapfet wird, muß es nicht gerühret werden, hernach zapfe es alles mit einander auf Bouteillen und pfropfe es gut zu. Auf selbige Art macht man Kirschwein, nur mit dem Unterschied, daß die Kirschen nicht in den Ofen kommen, sondern ganz frisch zerstossen und auch einige gestossene bittere Mandeln dazu genommen werden.

Meth zu kochen.

Zu einer Kanne oder 3 Pott Honig nimm 8 Kannen Quellwasser, giesse davon 6 Kannen in einen Kessel, setze einen hölzernen Sticken darin, siehe zu wie hoch daß das Wasser stehet, und mache an demselben ein Zeichen; nachgehends giesse die beyden übrigen Kannen und den Honig dazu und laß es kochen, schäume es aber recht gut; schütte darauf eine kleine Handvoll guten Hopfen darein und laß es so lange damit kochen, bis es an das Zeichen von dem Sticken kommt, [443] darauf giesse es in ein reinlich hölzernes Gefäß, so keinen Beygeschmack geben kann. Unter der Zeit, daß der Meth kocht, nimm guten Gäst, giesse Wasser darauf, damit das Bittere abgehet und laß ihm etwas stehen, daß er sinket; wenn die Meth etwas heisser, als zu trinken ist, so fülle 4 Löffel voll von dem Gäst ein, nachdem das Wasser abgegossen ist, wie auch ein Stoop Schlüsselblumen, welche auf die Art gereiniget werden: Man nimmt die kleine grüne Saat aus, daß nur die gelbe Blume bleibet; hernach rühre es wie anderes Trinken, und bedecke es mit einem reinen Laken, wie auch Tücher, und binde es gut zu; laß es darauf zweymal 24 Stunden stehen, hernach seihe es durch einen Tuch in ein halbes Anker und lege die Schaalen von 4 Citronen, wie auch zwey Loth gestossenen Caneel in einen Beutel, dazu: Mache es alsdenn zu, und laß es 14 Tage in dem Keller liegen, nach welcher Zeit es aufs neue geseihet und auf Bouteillen gezapfet wird.

Schwarze Johannesbeeren-Meth.

Zu einer Kanne Honig nimm 5 Kannen Wasser, den Honig koche erst vor sich allein und schäume ihn recht gut; wenn das Wasser alsdenn recht stark kochet, so giesse den Honig darin und laß den vierten Theil verkochen, nachgehends giesse es in ein reinliches Gefäß, daß es kalt wird; darauf schütte fünftehalb Stoop recht reife und erst gepflückte schwarze Johannesbeeren in ein halbes Anker, und seihe den Honig nachdem er gut kalt geworden darauf; alsdenn lässet man es 14 Tage mit losen Spund an einem kalten Ort liegen, rühre es aber einen Tag um den andern mit einen birken Stock um, nachgehends mache es gut zu und lege es in den Keller, woselbst es 6 Wochen stille liegen muß, zapfe es hernach auf Bouteillen und pfropffe sie gut zu.

Schwarze Johannesbeeren-Wasser.

Schütte fünftehalb Kannen rein gepflückte schwarze Johannesbeeren in ein rein schmeckendes halbes Anker, koche inzwischen gutes Quell- oder Brunnenwasser auf, und schäume [444] es gut; wenn dasselbe lauwarm ist, so giesse so viel auf die Beeren, daß das Anker beynahe voll wird; alsdenn muß es an einem Ort zweymal 24 Stunden mit dem losen Spundt liegen, und alle Tage einmal mit einen Birkenspaden umgerührt werden; hernach giesse einviertel Pott Franzbrandtewein hinein, und dann muß das Anker ganz voll seyn, schlage es alsdann gut zu und bringe es im Keller, wo es 6 Wochen liegen muß, ehe es abgezapft wird.

Johannesbeeren-Wein zu machen.

So bald die rothen Johannesbeeren völlig reif und alsdenn abgepflückt sind, wäge und stosse sie hernach mit einem Birkenstösser in einer reinen Tonne oder in ein solches Gefäß, daß nur allein dazu gebraucht wird; nachgehends nimm gutes Quell- oder Brunnenwasser, giesse es in einen Kessel und laß den dritten Theil davon einkochen, alsdenn seihe das Wasser lauwarm durch auf die klein gestossenen Beeren, und proportionire es wie folget: Zu 3 Liespfund Beeren nimm viertehalb Kannen Wasser, decke es hernach gut mit Decken zu und laß es auf die Art einen Tag und eine Nacht stehen; darauf nimm die Beeren mit den Händen heraus, und zerdrücke sie auf das Beßte als man kann, hernach stosse die ausgedrückten Beeren nochmals, wringe selbige ein wenig durch einen Haartuch, und giesse es zu dem übrigen Saft, nachdem die Beeren so genau als möglich ausgenommen sind; alsdenn nimm ein Liespfund Puderzucker, so hiezu nur allein tauglich ist, und schütte es zu dem Beerenwasser, rühre es mit einem Birkenstock bis der Zucker geschmolzen ist, alsdenn seihe es auf ein rein schmeckendes Anker, aber nicht voller, als das noch eine Handbreit daran fehlet, spundte und harze es gut zu, und lege es gleich in den Keller; allein siehe jeden Tag darnach, ob es auch aufs neue wieder geharzet werden muß, wenn es sich sollte durchgearbeitet haben: Nach 8 Tagen da die Gährung größten Theils vorbey ist, so fülle das Anker mit selbigem Saft, der recht dazu in ein anderes Anker verwahrt ist, voll, und harze es überaus gut zu; je länger es hernach so lieget, so besser und stärker wird es. [445] Zum allerwenigsten muß es 3 Monate liegen, ehe es abgezapfet wird, und bey dem Abzapfen muß das Gefäß ja nicht gerühret werden, damit es nicht trübe und dick wird. NB. So bald die Beeren abgepflücket und von den Stengeln abgestreifet sind, so müssen sie gleich gebraucht werden, sonsten verderben sie. Von dem Barm, der in der Tonne zurück bleibt, distillire Brandtewein, welcher so gut wie Franzbrandtewein wird.

Stachelbeeren-Wasser.

Giesse fünftehalb Kannen Wasser in einen Kessel und nimm 3 Pfund Zucker dazu; nachdem der Zucker geschmolzen ist, so miß mit einem hölzernen Sticken, wie hoch das Wasser in dem Kessel stehet, und mache einen Schnitt in demselben; hernach giesse viertehalb Stoop Wasser dazu und laß es darauf einkochen, daß nicht mehr als bis an das Zeichen übrig bleibt, alsdann seihe es durch einen Tuch in ein rein schmeckendes hölzernes Gefäß, und laß es stehen; nachgehends schütte in ein halbes Anker 2 Kannen und einviertel Pott recht reife und gereinigte Stachelbeeren; dann stosse anderthalb Loth von dem besten Weinstein ganz fein mit eben soviel Zucker, und wenn das gekochte Wasser etwas wärmer, als sommerwarmes Wasser ist, so schütte den zusammengestossenen Zucker und Weinstein auf die Beeren, und das gekochte Wasser giesse dazu, wie auch 1 Stoop süssen Franzwein, laß aber in dem Anker Raum zur Gährung, das Spundt laß einen halben Tag darauf liegen, und lege es an einen kalten Ort; nachgehends mache es gut zu, trage es in den Keller und laß es 5 Wochen liegen; dann zapfe es auf Bouteillen mit einem Lappen auf dem Trichter, pfropffe es gut zu und ziehe Harz darüber. NB. Zu diesem Wasser sind die grünen rauhen Stachelbeeren die allerbesten, wenn dieselben recht reif sind.

Erdbeeren-Wasser.

Zu 8 Kannen frisches Quellwasser, nimm 5 Pfund Zucker, und laß es ohngefehr eine gute Stunde kochen; wenn [446] dieses gekocht ist, so giesse es in eine reine Wanne, bis es lauwarm wird, darauf nimm 4 Kannen Erdbeern, die recht reif und gereiniget sind, giesse sie in das gekochte Wasser, und decke es gut zu, laß es 8 Tage stehen, rühre es aber jeden Tag um; alsdann seihe das Wasser davon ab in ein gutes Anker; giesse dazu ein Stoop Franzbrandtewein und mache es gut zu; laß es darauf 8 Tage in dem Keller liegen, alsdenn es auf Bouteillen gezapfter, zugepfropft und übergeharzet wird.

Birken-Laake (Saft).

Zu achtehalb Kannen Birkenlaake nimm 4 Pfund Puder-Zucker, den man erst in der Laake schmelzen lässet, darauf lässet man es ganz langsam kochen bis 2 Kannen eingekocht sind; allein währender Zeit schäume es gut, so lange noch etwas Schaum zurück ist, und giesse es hernach in eine grosse Butte, worin unten am Boden ein Zapfloch seyn muß, und stecke den Zapfen darein; nachdem die mehreste Hitze abgezogen ist, so giesse drittehalb Stoop Franzwein dazu, und wenn es so viel abgekühlt ist, daß man die Hand darin halten kann, so lege 3 Citronen dazu, die in Würffeln geschnitten und daraus alle Kerren genommen sind, wie auch anderthalb Loth gequetschen Caneel, ein Loth Cardemom und ein Löffelvoll guten Gäst, hernach bedecke die Butte mit Tücher darüber und binde es gut mit Reife zu, daß keine Kraft ausziehen kann, und laß es einmal 24 Stunden stehen und gähren; alsdenn zapfe es auf ein halb Anker, worin kurz vorher Franzwein gewesen ist, mache es gut zu, damit es dicht wird und lege es hernach in den Keller; wenn es 14 Tage oder 3 Wochen gelegen hat; zapfe es auf Bouteillen, pfropffe es gut zu, ziehe Harz über, und stelle sie umgekehrt im Sand in dem Keller.

Schlüsselblumen-Wein.

Zu 6 Kannen gutes Quellwasser, nimm 6 Pfund Zucker, laß solches eine Stunde kochen und schäume es hernach gut: giesse dieses in eine rein schmeckende Butte, worin es guten Raum hat und rühre es zuweilen um; wenn dieses [447] etwas mehr als lauwarm ist, so schütte 2 Kannen Schlüsselblumen darin, die voraus, nachdem sie gemessen worden, in einen Mörser etwas zerquetschet sind; nimm ferner dazu zwey Löffelvoll guten Gäst, rühre es gut um und bedecke es erst mit einem Tuch, hernach mit Decken und binde es mit einem Reif zu, damit keine Kraft abgehen kann, laß es alsdenn 3 Tage stehen, wo es hernach auf ein halbes Anker geseihet wird; aus den Blumen wringe allen Mus aus, und schneide 3 frische Citronen mit den Schaalen in Würffeln, die Kerren nimm heraus, lege die Citronen darin, und giesse ein Stoop rheinschen Wein dazu; darauf schlage den Pfropffen zu, daß es dicht wird, und laß es 4 Wochen in dem Keller liegen, alsdann zapfe es in Bouteillen, pfropffe dieselben gut zu, ziehe Harz darüber und setze sie in dem Keller umgekehrt in den Sand, so kann es sich das ganze Jahr halten.

Rosinen-Wasser.

Auf ein halbes Anker nimmt man 5 Pfund Rosinen, welche von allen Stengeln gut gereiniget werden, und hernach trocknet man selbige mit einem Tuch ab, und schüttet sie in das Anker zugleich mit 3 zerschnittenen Citronen, darauf füllet man das Anker mit gutem Quellwasser voll, und nimmt 3 Löffel voll guten Gäst dazu: Das Spundt leget man los darauf und läst es 3 Tage an einem kühlen Orte stehen; hernach mache es gut zu und trage es in dem Keller, wo es 8 Tage liegen muß, alsdenn zapfe es in Bouteillen, aber nicht voller als bis an den Hals; wenn es abgezapfet wird, so seihe man es durch einen nesseltuchenen Lappen, pfropffet und harzet es nachgehends gut zu; nachdem es 2 bis 3 Tage auf den Bouteillen gestanden hat, so kann es mit geriebenen Zucker, so erst in das Glas geworfen wird, getrunken werden.

Lingon, oder sogenanntes Kronbeeren-Wasser mit Honig.

Nimm recht reife und gereinigte Kronbeeren und schütte sie in gutes klares Quellwasser, rühre sie ganz eben mit einen meßingern löcherigten Löffel um, daß sie nicht von einander [448] gehen; die oben fliessen nimm heraus und lege sie in einen steinern oder meßingern Durchschlag so nicht verzinnt ist; (denn kommen sie an Zinn, so werden sie blau); so bald das Wasser beynahe abgelaufen ist, lege sie auf ein Laken und breite sie aus; hernach nimm zu einer Kanne guten weissen Honig, 10 Kannen gutes Quellwasser, giesse dasselbe in einen grossen kupfernen Kessel, und setze es auf das Feuer zu kochen. Mittler Zeit giesse den Honig in einen metallenen Grapen mit etwas Wasser auf dem Boden, daß er nicht anbrennet, und laß ihn aufkochen; hernach nimm ihn von dem Feuer ab, laß ihn ein wenig stehen, daß der Schaum sich setzen kann, und alsdenn schäume ihn gut ab; auf die Art verfahre 2 bis 3 mahl bis er klar wird, darauf giesse ihn in den kupfernen Kessel zu dem Wasser, welches denn recht stark kochen muß, nimm aber wohl in Acht, daß es nicht übergehet, indem der Honig sie aufbläset, wesfalls man auch einen grossen Kessel dazu nehmen muß; laß nachher 3 Kannen einkochen, welches man mit einem Sticken bemerket, da 7 Kannen Wasser in dem Kessel sind, auf selbige Art wie es bey dem Meth angemerket ward: nimm es alsdenn von dem Feuer ab und giesse es in ein steinernes Gefäß, daß es bis den andern Tag abkühlt; darauf nimm 5 Kannen von den gespülten Kronbeeren und schütte sie in ein Anker, darin Franzwein gewesen ist, oder in ein anderes, so einen reinen Geschmack hat; alsdenn seihe das Honigwasser dazu, lege das Spund los auf und laß es 14 Tage an einen Ort liegen, doch rühre es jeden Tag recht gut mit einem birken Spaden um, hernach giesse eine Kanne guten süssen Franzwein dazu, und hänge einen Beutel mit folgende halb zerstossene Gewürze darin, nemlich: 2 Loth klein gebrochenen Caneel und 1 Loth Cardemom; hernach mache es gut zu, das Anker lege sechs Wochen in den Keller, nachgehends zapfe es in Bouteillen, und pfropffe sie gut zu.

Kronbeeren-Wasser mit Zucker.

Auf ein Anker nimm 15 Kannen gutes Brunnen- oder Quellwasser, koche solches mit 11 Pfund feinen Zucker, [449] bis der dritte Theil beynahe eingekocht ist; währendem Kochen schäume es gut, und nachdem es genug gekocht hat, giesse es in ein steinern oder in ein ander rein schmeckendes hölzernes Gefäß, daß es die Nacht über kalt wird. Darauf schütte in ein reinliches Anker 9 Kannen Kronbeeren, die auf gleiche Art, wie die vorhergehenden zubereitet sind, siebe hernach das Zuckerwasser durch ein Tuch, und lege von selbiger Art Gewürze hinein; im übrigen verfahre auf gleiche Weise, wie mit dem vorhergehenden Kronbeernwasser.

Pommeranzen-Wasser.

Zu 12 Kannen Wasser nimm 12 Pfund Zucker, koche dasselbe 2 Stunden und schäume es gut, hernach laß es stehen, bis es lauwarm wird. Währender Zeit schneide 20 Pommeranzen in Würfeln, daraus die Kernen gepflücket werden, nimm noch 6 dazu, dieselben schneide ohne Schaale klein, lege sie in ein gutes Anker, und siebe das Zuckerwasser darauf, wie auch 2 Kannen guten Franzwein und 2 Löffel voll Gäst giesse dazu; hernach schlage das Anker gut zu, setze es in den Keller und laß es 14 Tage liegen; dann zapft es auf Bouteillen, aber nicht voller, als bis an den Hals, und laß sie so lange offen stehen, bis sie alle gefüllt sind, alsdenn pfropfe sie gut zu, und den andern Tag ziehe Harz darüber. Nimm dich aber ja in Acht, daß das Anker bey dem Abzapfen nicht gerührt wird, sonst wird das Wasser dick und trübe.

Dito auf eine andere Art.

Von 30 Pommeranzen nimm das Inwendige, und reinige alle Häute und Kerne gut heraus, hernach schneide 4 ganze Pommeranzen und 4 Citronen in Würffeln, und nimm die Kerne gleichfalls heraus; dieses mache alles mit einander in ein gut Anker, worin weisser Wein gewesen ist; darauf nimm 15 Kannen Brunnenwasser und 10 Pf. Puder-Zucker, laß es kochen, bis 5 Kannen davon eingekocht sind, und währendem kochen schäume es gut. Wenn dieses ein wenig gekocht hat, schlage 10 Weisses von Eyern zu [450] Schaum, und giesse es darin, alsdann braucht es nicht weiter geschäumt zu werden. Wenn es so viel eingekocht ist, als zuvor benannt worden, so siebe das heisse Wasser durch einen Haartuch in das Anker, und wenn es so viel abgekühlet, daß es zu trinken ist, so thue 2 Löffel voll Gäst darin, spundte es gleich zu, lege es in den Keller, und laß es darin 3 Wochen liegen, hernach zapfe es auf Bouteillen, pfropfe es gut zu, und ziehe Harz darüber.

Mandel-Milch.

Zu 1 Pfund süsse Mandeln nimm 8 Loth bittere, und drey Stoop oder 4 ein halb Pott Wasser, solches kocht man mit ein halb Loth Caneel und 4 Loth weiches Weis-Brod; die Mandeln legt man zweymal 24 Stunden voraus in kalt Wasser, und verändert dasselbige des Tages zweymahl, hernach entschälet man sie und stösset sie sehr fein: alsdann giesse ein wenig von dem Wasser nach und nach auf die Mandeln, und wringe es durch eine Serviette; damit continuire, bis aller Saft aus denselben und alles Wasser durchgegangen ist. Beobachte, daß das Wasser lauwarm seyn muss, wenn es auf die Mandeln gegossen wird, und die Milch mache nach Belieben süß. Diese Milch hält sich nicht länger als einen Tag, da sie sauer wird, voraus wenn es warme Luft ist.

Einen Satz zu Mandel-Milch.

Kühlende Saat nennet man Harpus- Melonen- Gurken- und Kürbis-Kerne; von diesen Arten nimm zusammen 6 Loth geschälte Kerne, 4 Loth süsse und 1 Loth bittere Mandeln; alles dieses stosse in einem steinern Mörser fein, und besprenge es dann und wann mit Brunnenwasser. Wenn es recht fein ist, so nimm 18 Loth gerieben und gesichteten feinen Zucker dazu, und stosse es alsdann aufs neue, daß es wie ein geschmeidiger Teig wird; alsdann lege ein Stück Wachspapier auf den Boden und auch rund umher in einer hölzernen Schachtel, und packe den Satz fest darin, lege Wachspapier darüber und den Deckel mache darauf, hernach [451] verwahre es an einem kalten Ort. Wenn man etwas davon gebrauchen will, so mache es so kräftig mit Wasser, wie man es haben will. Die Kerne schälet man auf folgende Art: Koche weiches Wasser auf, und nimm es hernach ab; wenn die stärkste Hitze abgegangen ist, so wirf die Kerne darin, die hernach so lange liegen müssen, bis die Schaale anfängt, sich von den rechten Kernen loszugeben, alsdenn giesse sie in einen Sieb, daß sie kalt werden, darnach die Schaalen leicht können abgenommen werden. Dieser Satz kann sich eine gute Zeit halten, und ist vornehmlich gut auf Reisen mitzunehmen.

Bischoff zu machen.

Schneide rund um in die Schaalen von frischen Pommeranzen, und brate sie hernach auf der Rost mit gelindem Feuer, wende sie aber auf allen Seiten, damit sie durchgebraten oder heiß, aber nicht gebrannt werden. Nachgehends lege sie in die Punsch-Schaale, wenn sie noch warm sind, zugleich mit ein gut Theil Zucker, und drücke mit einem Löffel allen Saft heraus; darauf giesse gleich Pontac hinein, rühre es gut um und decke hernach die Schaale gleich zu, so verlieret der Wein seine Kraft nicht; laß es 1 oder 2 Stunden stehen, denn je länger es hernach stehen kann, je besser ziehet es den Geschmack aus den Pommeranzen heraus, welches dieses Getränke am lieblichsten macht. Der Geschmack daran findet es mit Wasser zu verdünnen, kann so viel, als einem beliebt, dazu giessen. Die Proportion hiezu kann nicht so genau beschrieben werden; denn zuweilen sind die Pommeranzen groß, zuweilen klein, und dazu sind sie auch nicht gleich saftig, sowol inwendig als in den Schaalen; sind sie aber frisch und groß, so können 4 Pommeranzen zu 3 ordinaire Bouteillen Wein genug seyn, nur daß es etwas zugedeckt stehet, damit die Kraft recht ausziehen kan. Auf selbige Art macht man es auch von Rheinwein, welches man Erzbischoff oder Bischoff Royal nennet.

[452]

Die Pommeranzen zum Bischofs zu conserviren.

Von frischen Pommeranzen schneide die Schaalen rund umher dick ab, so, daß das Inwendige mit daran sitzen bleibet, nimm aber alle Kerne gut heraus, und lege sie hernach lagenweis in einen gläsernen Hafen mit ein gut Theil von dem feinsten Zucker, so erst gerieben und durch den Durchschlag gesichtet ist, welcher bey diesem Einlegen nicht muß gespart werden; denn sonst hält es sich nicht. Wenn dieses also in den Hafen eingepackt ist, binde Papier darüber, stich kleine Löcher darin, und hernach verwahre es an einem kalten Ort. Wenn nachgehends davon Bischoff gemacht wird, so nimm beides Zucker, Schaalen und das Inwendige nach Proportion, nachdem viel oder wenig Pontac nöthig ist. Dieses giesse alles mit einander in eine Punsch-Schaale, und laß es zugedeckt stehen, so bekommt dasselbige eben einen solchen Geschmack, wie von frischen Pommeranzen.

Punsch zu verfertigen.

Zu dreyviertel Pott Arack nimm 2 einviertel Pott Wasser, falls der Arack alt und stark ist, einviertel Pott klaren und durchgesiebten Citronsaft, wie auch anderthalb Pfund Zucker. Erstlich lege den Zucker in die Punsch-Schaale, und giesse den Citronsaft und das Wasser darauf, welches man so lange umrühret, bis der Zucker geschmolzen ist, alsdann giesse den Arack dazu, und rühre es um, so ist er fertig. Wenn man will, so kann man auch die Schaale von einer frischen Citron darin legen. Soll der Punsch warm seyn, so koche das Wasser in einem Theekessel auf, und giesse es, so heiß wie es ist, zu den Citronsaft und Zucker in die Punsch-Schaale, und zuletzt giesse den Arack dazu.


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