Seite:Ältere Geschichte des Steinkohlen Bergbaues.pdf/10

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

also seit 1836 bis 1852 in 16 Jahren 231/2 Millionen Scheffel oder jährlich 11/2 Mill. Scheffel Zuwachs!

Der Grund dieser außerordentlichen Vermehrung liegt in Verbreitung der Dampfmaschinen, Coaks-Verbrauch der Eisenbahnen und dem Entstehen der großen Eisenwerke.

Die sämmtliche Steinkohlengewinnung Preußens mag 1851 90 Millionen Scheffel betragen haben; unsere Bergamtsbezirke Essen und Bochum lieferten also fast die Hälfte! Es ist berechnet worden, daß die Kohlenlager derselben noch auf 5000 Jahre hinaus, bei einer solchen Förderung, aushalten werden, allein es fehlt der Maaßstab der Progression des Mehrverbrauchs; z. B. verbrauchte Paris

1820 0.500.000 Hectoliter Steinkohlen und
1852 3.800.000 Hectliter Steikohlen

Wir folgern daraus die Unschädlichkeit der belgischen Concurrenz, welche sich mehr und mehr dem französischen Markte zuwenden wird. Seit 1837 stieg der Werth der Preußischen Bergbau-Producte von 23 Millionen Thaler auf 44 Millionen und wir dürfen einer außergewöhnlichen Steigerung in Westphalen entgegen sehen, welche die Auffindung so beträchtlicher Lager von Eisensteinen im Kohlenreviere herbei führen muß. Unter so günstigen Aussichten wird unausbleiblich der Werth des Grubeneigenthums steigen und ist hier der Speculation ein weites sicheres Feld eröffnet. Was den technischen Betrieb des Steinkohlen-Bergbaus anbetrifft, so mag hier noch die Bemerkung statt finden: daß es gilt größere Massen an einem Punkte zu Tage zu schaffen. England ist in dieser Beziehung weiter!

Gehen wir zum Eisenhüttenwesen über, so findet man nicht so glänzende Resultate. Die Geschichte schweigt über die Eisenschlacken, welche bis auf die Höhen unserer Berge zerstreut liegen, sie scheinen einer Zeit anzugehören, in welcher das Roheisen noch nicht in flüssiger Form dargestellt wurde; bei kleinen Handgebläsen wurde wahrscheinlich die Luppe direct aus dem Erze gewonnen. Im 13. Jahrhundert behielt sich der Graf v. d. Mark 1/2 des Eisensteins in der giegener Mark vor; 1334 wurden bereits viele Holzkohlen im Süderlande geschwält.

Unsere Eisenindustrie ist einst auf waldigen Gebirgsrücken geboren worden; dann hat sie sich, niedersteigend, an den Bächen, später an kleinen Flüssen und in neuerer Zeit, durch Hülfe der gesammelten Intelligenz und Kapitalien, an den Strömen Lenne, Ruhr und Lippe angesiedelt. In unseren Tagen, unabhängig von der Wasserkraft, unterstützt