Seite:Über den Unfug, welcher gewöhnlich bey dem Aufstrich der Güter in den Gemeindhäusern der Dörfer getrieben zu werden pflegt.pdf/10

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Das erste Ziel zahlst du sogleich aus der Faust. Die übrigen mit einem guten Jahre. Mache! Trink; deine Gesundheit! Gib 5 fl. mehr!!“ Was thut das Zureden nicht unter solchen Umständen; besonders wenn man dazu rechnet, daß in diesem Ansinnen auch viel Nahrung für den bäurischen Ehrgeitz liegt? Bruder Hanns nimmt den Krug – schreyt 5 fl. mehr – und trinkt!

 Das merkt man kaum in der andern Ecke des Zimmers, wo eine andere Partie zusammen steht, so heißt es: „Was, der Hanns hat 5 fl. mehr gegeben? Du, Nachbar Adam, kannst ganz gewiß eher, als er bezahlen. Du must 10 fl. mehr streichen. Hast du nicht von deiner Frau Erbtheil noch Etwas zu erheben?“ Die Erinnerung ist schmeichelhaft. Nachbar Adam läßt sichs gefallen und gibt 10 fl. mehr.

 Diesen Ausruf bemerkt eine dritte Gesellschaft. Der, welcher am meisten aufgeladen hat, führt gemeiniglich das Wort: „sollte unter uns keiner seyn, die und die herabzustreichen? Wir haben ja noch freye Grundstücke! Lieber diese mit dem neuerstrichenen Acker oder Weinberg versetzt; wenn man uns nicht borgen will, so können wir das Ganze bezahlen. Wir wollen herum