Seite:Über den Unfug, welcher gewöhnlich bey dem Aufstrich der Güter in den Gemeindhäusern der Dörfer getrieben zu werden pflegt.pdf/11

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

trinken! So lange muß sich einer entschließen 8 fl. mehr zu geben. Wir müßen es zuletzt behalten.“ Hier liegt die Anwendung des Sprichworts: Man soll keinen armen Mann nüchtern werden lassen, so wäre er immer reich.

.

 Indessen bemerkt einer und der andere, der an das zuverkaufende Stück gränzt, daß ihm dieser und jener kein erwünschter Nachbar sey; er reibt sich die Stirne; um ihn abzutreiben, bietet er 1 fl. mehr. Auf diese Weise streichen sie sich im Kreise wohl ein und das andere mahl herunter. Dadurch steigt das zum Strich aufgelegte Stück ausserordentlich über seinen Wehrt, weil kein Bedacht auf Ertrag und Interesse genommen werden will. Sind das nun am Ende nicht Veranlassungen, Bürger und Unterthanen zu Grunde zu richten? Glaubt man nicht hier Auftritte von Possenspielern gewahr zu werden, statt feyerlicher öffentlicher Verhandlungen? Was von den zum Gewinn besonders aufgelegten Juden bey dergleichen Schmaußereyen hier und da getrieben wird; wie sie selbst ausstreichen lassen, und davon keinen gemeinen Vortheil ziehen; das gehörig