Seite:Über den Unfug, welcher gewöhnlich bey dem Aufstrich der Güter in den Gemeindhäusern der Dörfer getrieben zu werden pflegt.pdf/15

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gewöhnlich schlechte Gaben. Was geht ferner durch die vielen Rückstände verloren, die am Ende nicht mehr einzutreiben sind, wenn auch die obrigkeitliche Gewalt zu Hülfe genommen wird.

 Dagegen treten ausser den angegebenen noch folgende Bedenklichkeiten ein:

 a) Der wenig bemittelte Mann, der bey seinen Unternehmungen mit Nüchternheit und Überlegung zu Werk geht, wünschte zwar zur Ausbreitung seines Wohlstands noch ein und das andere Stück zu kaufen; er könnte vielleicht mit den Seinigen Bau und Wartung des neuerkauften Gutes bequem versehen: allein er sieht bey solchen über die Maaße hinaufgetriebenen Gütern zum voraus, wie sein Unglück durch einen solchen Kauf entstehen könnte; er tritt also zurück, und ist dadurch gehindert seinen Wohlstand zu vermehren. Ein Umstand der Roth und der Verarmung, auf den ich die Mitglieder der Armen-Polizey-Commission recht aufmerksam machen möchte. Er ist gewiß wichtiger, als er es beym ersten Anblick scheint.

 b) Die Güter werden über ihren wahren Wehrt immer höher hinaufgetrieben. Ertrag und Zins des darauf ruhenden Capitals stehen nicht mehr mit einander in einem