Seite:Über den Unfug, welcher gewöhnlich bey dem Aufstrich der Güter in den Gemeindhäusern der Dörfer getrieben zu werden pflegt.pdf/7

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auf. Er rechnete auf ergiebige Weinjahre, sie erfolgten nicht. Er brachte in den Plan seiner Abbezahlung seine und der Seinigen Gesundheit mit in Anschlag. Er wurde durch Krankheiten heimgesucht. Das Capital wird also nicht abgetragen, ja nicht einmahl der jährliche Zins. Um sich von diesen immer höher anschwellenden Zinsen nicht gänzlich aufzehren zu lassen, bringt er also sein weit über den Wehrt erkauftes Gut wieder auf den Strich, und ist alsdenn genöthiget auf solche verabredete Signale loszuschlagen, was er nicht nur unendlich theurer erkauft hat, sondern was er auch vielleicht mit der Zeit noch ungleich theurer an den Mann bringen könnte.

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 Hiebey tritt noch der zweyte oben angegebene Mißbrauch bey öffentlichen Strichen ein. Der Verkäufer muß während derselbigen einen halben, oft einen ganzen Eimer und noch mehr Wein den versammelten Liebhabern Preis geben, damit die Leute durch den Trunk Muth zum Streichen erhalten. Ein solcher unentgeldlicher Trunk kostete manchem sonst wackern Hausvater schon oft die Ruhe seines Lebens, seinen Wohlstand, und die glücklichen Aussichten in das Alter für sich und die Seinigen, wenn