Seite:Über den Unfug, welcher gewöhnlich bey dem Aufstrich der Güter in den Gemeindhäusern der Dörfer getrieben zu werden pflegt.pdf/9

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Gefahr für einen Mann von den Gemeinde-Mitgliedern angesehen zu werden, der sein gegebenes Wort nicht achte, oder schon so weit herabgekommen sey, daß er seinem gegebenen Worte nicht Kraft geben könne.

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 Ich will hier etwas näher schildern, wie es gewöhnlich bey solchen Strichen herzugehen pflegt. Ehe es zum eigentlichen Streichen kommt, trinkt die Versammlung einen Eimer Wein zur Vorbereitung. Man läßt, wenn dieser Eimer geleert ist, noch einen halben kommen, und setzt indessen einige Stücke zum Strich aus, um einstweilen ein starkes Angebot zu erhalten, das sogleich zu Papier gebracht wird. Der halbe Eimer will auf die Neige; man schickt abermahl nach einen andern. Er kommt; man macht eine Pause zum Trinken, um nach derselbigen, durch den Trunk gestärkt, desto frischer an das Streichen zu kommen. Es geht nicht nach Wunsch und das Fäßchen wird nun noch einmahl gefüllt. Jetzt wird der Strich bey hinreichend erwärmten Köpfen ernsthafter. Einer spricht dem andern Muth zu. Jeder will kraftvoll und vermögend scheinen. Da hast es oft: „Bruder Hanns, trink und streich! Siehe, du hast Geldes-Wehrt in deinem Hause. Es geht nach Terminen.