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Generalsynode vom Jare 1853, die erste, die Harleß leitete, musste ihm hiezu zum Mittel dienen. Ein noch nicht dagewesener Geist der Einmütigkeit und Hingebung waltete auf dieser Synode. Harleß gewann alle durch sein männlich festes Auftreten und sein persönliches Entgegenkommen. Ein Teilnehmer äußert sich: „Das wissen wir, dass Männer, die ihr kirchliches Bekenntnis um keinen Preis aufgeben würden, am Schlusse dieser Synode die Freudentränen in den Augen hatten und Gott dankten, dass er ihnen die Gnade habe zu teil werden lassen, an solchem Werke mitzuarbeiten. „„Eine solche Generalsynode haben wir noch nicht gehabt““, das war der Eindruck, den diejenigen empfanden, welche schon einer Reihe von Generalsynoden beigewont hatten (Prot. und Kirche, 1854, I, S. 42)“. Harleß hatte die Synode mit einer trefflichen Predigt selbst eröffnet. In der Ansprache äußerte er sich: „Es ist nicht das erste Mal, dass eine vereinigte Generalsynode diesseits des Rheins zusammentritt. Aber die diesjärige Generalsynode ist die erste ungeteilten evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Das ist ein Zeichen von nicht geringer Bedeutung. Es ist ein Zeichen, dass die Kirche, welche von Menschen die evangelisch-lutherische genannt und anderwärts in mancher Weise gedrückt und verkümmert wird, in diesem Lande – Dank sei es ihrem höchsten, unsichtbaren, wie ihrem sichtbaren höchsten Schirmherrn – eine Freistätte und Raum zur Entfaltung ihrer inneren Kräfte hat. Dies ist eine Warheit und sie wird es immer mehr werden. Zum andern hat unser Zusammentritt auf Grund unseres kirchlichen Bekenntnisses nicht geringe Bedeutung im Blick auf die Bewegungen der Zeit. Was wir den Grund und Boden nennen dürfen, auf welchem wir stehen, erscheint Anderen als eine Höhe, zu der sie erst empor klimmen müssen und es zwar vielfach, aber mit sehr zweifelhaftem Anlauf und Erfolg zu tun versuchen. Wir


    Kirchengemeinschaften denken, als gerade in der lutherischen Landeskirche Bayerns, und kann hinwiderum dieser nur Glück wünschen, dass ihr der reiche HErr unter vielen anderen auch diesen hochbegnadigten Arbeiter geschenkt hat, der von seinen Anfängen bis zum Ende ein Glied gerade an diesem kirchlichen Organismus gewesen ist und mit ihm warlich nicht in einem nur losen Zusammenhange stand“.

Empfohlene Zitierweise:
Adolf von Stählin: Löhe, Thomasius, Harleß. J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1887, Seite 120. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Adolf_von_St%C3%A4hlin_-_L%C3%B6he,_Thomasius,_Harle%C3%9F.pdf/134&oldid=3212250 (Version vom 31.7.2018)