Seite:Adolf von Stählin - Predigt über Evang. Lucä 21,33.pdf/5

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Die Bibelfestfeier,
ein Bekenntniß zu der unvergänglichen Herrlichkeit des göttlichen Wortes.

 Diese Herrlichkeit ist uns aber eine dreifache:

1) eine Herrlichkeit, die aus dem Worte selbst uns entgegenleuchtet,
2) eine Herrlichkeit, die durch alle Zeiten hindurch leuchtet,
3) eine Herrlichkeit, die in unsern Herzen und aus unsern Herzen leuchten soll.


I.

 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht, so spricht unser Herr.

 Im Herrn geliebte Gemeinde! Herrlich ist der Himmel und des Himmels Heer, denn sie verkünden die Ehre Gottes, herrlich auch ist die Erde, denn sie ist voll der Güte des Herrn. Herrlicher aber ist des Herrn Wort. Die Himmel zergehen, die Erde veraltet, aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit. Vergänglich ist die Herrlichkeit des Himmels, vergänglich die Herrlichkeit der Erde, unvergänglich die Klarheit des göttlichen Wortes. Gottes Wort ist aber das Wort der heiligen Schrift. Was der Herr zunächst von seinem eigenen Worte sagt, das gilt von der ganzen heiligen Schrift, denn sie ist’s, die von ihm zeuget. Er ist ihr A und O, ihr Anfang und ihr Ende, um ihn als ihren hehren Mittelpunkt kreisen alle Thaten, Geschichten, Wunder und Worte der ganzen heiligen Schrift. Gleich einer Sonne leuchtet seine Herrlichkeit in den heiligen Evangelien, eine Herrlichkeit voll Gnade und Wahrheit. Das lichte Morgenroth dieser Herrlichkeit schauen wir im prophetischen Wort des alten Bundes, das ja auch der Geist Christi geschaffen, der zuvor bezeugt hat die Leiden, die in Christo sind und die Herrlichkeit darnach (1 Petr. 1, 11), die Strahlen der aufgegangenen Sonne ergießen sich über das apostolische Wort, das da gewirkt ist vom Geiste des verklärten Gottes- und Menschensohnes, und leuchten