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auf eine Reihe Silberfüllgefäße, in denen auf dem Filtrum eine dünne Schicht Cementkupfer ausgebreitet liegt. Hier schlägt sich das Silber in dendrytischen Gestalten nieder, und kann, wenn die Silberschicht eine bestimmte Stärke erhalten hat, als Schale abgehoben werden. Die Lauge fließt weiter ab und kommt in eine zweite Reihe ähnlicher Füllgefäße, wo das vielleicht noch in der Lauge vorhandene Silber Gelegenheit findet, sich niederzuschlagen, worauf die Lauge in die Kupferfüllgefäße gelangt. Das in die Lauge aus dem Kupferstein übergegangene Kupfer, sowie dasjenige, was bei dem vorigen Silberniederschlagsprozesse aufgelöst ist, wird hier durch auf Leinwandfilter ausgebreitete Eisen als Cementkupfer niedergeschlagen, und eben so abgehoben, wie das Silber.

Aus den letzten Gefäßen fließt die entsilberte und entkupferte, aber eisenreich gewordene Lauge in ein Bassin, aus dem sie durch Pumpen wieder in die Laugpfanne gehoben und zum wiederholten Auslaugen benutzt wird.

In ein Laugefaß kommen gewöhnlich 8 bis 10 Centner Kupfersteine und ist das Auslaugen desselben in 24 Stunden vollendet; der bis zu einem drittel Loth entsilberte Kupferstein wird zur Gewinnung seines Kupfergehalts mit 5 Prozent Thon zu Ziegeln geformt. Diese Ziegeln werden mit Schwarzkupferschlacken und Quarz zu Schwarzkupfer (unreinen metallischen Kupfer) verschmolzen, welches endlich in einen englischen Flammenofen raffinirt, d. h. bis zur Hämmerbarkeit gereinigt oder hammergar gemacht wird.




Die Chocoladen- & Cichorien-Fabrik von Jordan und Timäus in Dresden.
(Mit Abbildung.)


Dresden machte früher keinen Anspruch darauf, Fabrik- oder Handelsort zu sein; als Aufenthalt des Hofes, der Sitz der mehrsten hohen Behörden des Landes, sowie durch den beständigen Besuch zahlloser Fremden, fanden die Bewohner der Residenzstadt dadurch ihre hauptsächliche Nahrungsquelle und die Erzeugnisse der wenigen fabrikmäßig betriebenen Gewerbe beschränkten sich hauptsächlich auf Luxusgegenstände, berechnet für die Consumtion der hier und in der reizenden Umgebung wohnenden höheren Stände, sowie der zuströmenden Fremden; eine weitere Ausfuhr – welche durch die Wasserstraße der Elbe mit begünstigt wurde – fand nur bei wenigen Artikeln Statt. – Dem am 31. Januar 1834 gegründeten Gewerbeverein war es vorbehalten, eine vermehrte Thätigkeit auf diesem Gebiet hervorzurufen, er machte es sich zur Aufgabe, nach besten Kräften den Fabrikbetrieb in der Residenz zu heben und seine Bestrebungen waren nicht ohne Erfolg. Aber einen immer raschern Aufschwung nahm die Industrie, als Dresden nach und nach der Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnen wurde, welche den schnellen Verkehr nach allen Richtungen hin erleichtern; höher hob sich die industrielle Thätigkeit, zahlreiche Fabriken in allen Branchen entstanden, oder sind seit neuester Zeit im Entstehen begriffen und erfreuen sich fast ohne Ausnahme der schönsten Blüthe; es befinden sich selbst welche darunter von europäischem, ja, einige haben selbst Weltruf erlangt.

Wir meinen damit vor Allen die Chokoladen- und Cichorien-Fabrik von Jordan und Timäus, welche nicht nur das umfangreichste industrielle Etablissement Dresdens ist, sondern in seiner Branche hinsichtlich der Großartigkeit des Fabrikbetriebs und der Ausdehnung seiner geschäftlichen Verbindungen wohl

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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 117. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/125&oldid=- (Version vom 7.1.2019)