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einer Raspel, Knochenbrechmaschine und zweier Siebmaschinen; auch befindet sich hier eine umfängliche, durch alle Räume gehende Wasserleitung.

Beschäftigt sind fortwährend außer zwei Comptoiristen und zwei Maschinisten noch fünf und zwanzig Fabrikarbeiter.

Die Fabrik besitzt in Breslau eine Commandite unter gleicher Firma, für welche Herr Herrmann Götz die Procura führt.

Besitzer sind die Herren Emil Thenius, Richard Grahl und Gustav Horn.

Im Jahre 1847 gründete Herr Emil Thenius dieses Etablissement, welches 1852 wesentlich erweitert wurde, als in dem genannten Jahre Herr Richard Grahl als Assoçie beitrat; seine jetzige Ausdehnung erhielt es aber 1855, durch den Hinzutritt des Herrn Gustav Horn als Theilhaber der Firma. Aus dem letztgenannten Jahre datirt sich auch die Gründung der Zweigfabrik in Breslau.

Wir benützen hier die Gelegenheit, noch einige Worte über das Photogen und das Paraffin zu sagen, welche in dem eben geschilderten Etablissement mit so ausgezeichnetem Erfolg hergestellt werden.

Das Photogen, der Lichterzeuger, ist berufen, in Zukunft eine große Rolle zu spielen und seine Fabrikation zu Beleuchtungszwecken wurde zu einer wichtigen Frage. Dieses Produkt kam als Beleuchtungsmittel schnell in allgemeineren Gebrauch, wozu die hohen Talg- und Rübölpreise wesentlich beitrugen, und man kann es mit Recht als wohlthätig für die Menschheit bezeichnen, denn nicht nur werden dem Nationalvermögen durch Photogen große Summen gewonnen, indem man jetzt auf gewinnreiche Weise eine Menge sonst für werthlos gehaltener, unbeachteter oder doch wenig benutzter Materialien zur Herstellung dieses Produkts verwenden und verwerthen kann, und eine Menge Hände lohnende Beschäftigung dabei finden, sondern es wird auch der schon bedeutend gewordenen Steigerung der Talg- und Rübölpreise Einhalt gethan; die letzteren Materialien werden nach und nach zu Beleuchtungszwecken entbehrlich und zu anderer vortheilhaften Verwendung verfügbar gemacht, je mehr die Photogenfabrikation vorschreitet und sich vervollkommnet.

Das mit dem Photogen identische Steinkohlentheer und die Kohlennaphta waren in England schon längere Zeit bekannt und zur Beleuchtung von Straßen, Werkstätten u.s.w. benutzt; doch erst dem französischen Fabrikanten Salligner gebührt das Verdienst der weiteren Einführung des Photogens. Salligner bereitete aus den bituminösen Schiefern von Autun und Vouvant ein Oel, welches er anfangs nur als Leuchtgas benutzte, später reinigte er es durch Destillation und es gelang ihm nun, das Oel zur Speisung von Lampen verwendbar zu machen, welche allerdings eigenthümlich construirt sein müssen, da das Photogen einen hohen Gehalt an Kohlenstoff hat. Der Fabrikant Delignous erfand dergleichen Lampen. – Von Frankreich aus verbreitete sich die Fabrikation rasch über England, Irland (wo man hauptsächlich Torf dazu benutzte) und Deutschland, wo Wiesmann & Comp. in Bonn das erste derartige Etablissement gründeten.

Der höchst unangenehme Geruch, welcher sich bei dem Anzünden und Auslöschen der Lampen entwickelte, war allerdings ein wesentliches Hinderniß bei der Einführung des Photogens, sowie nicht minder die sich durch viele Beispiele herausstellende Feuergefährlichkeit. Durch die rastlosen Fortschritte in der Fabrikation wurde größere Reinheit des Produkts erzielt und jene Uebelstände machten sich weniger fühlbar, wozu die verbesserte Construction der Lampen das Ihrige beitrug.

Das Photogen wird durch trockene Destillation aus Stein- und Braunkohlen, Torf, bituminösen Schiefern, Kalksteinen (Stinckstein), ja selbst aus allen möglichen thierischen Stoffen in Retortenöfen erzeugt, dann in Kühlapparaten verdichtet und endlich rectificirt, worauf es als eine wasserhelle, leicht bewegliche Flüssigkeit erscheint, ein Gemisch verschiedener ätherischer Oele, welches ein überaus helles, blendend weißes Licht hervorbringt.

Das Paraffin, der Verwandtschaftlose, dessen Fabrikation mit der des Photogens Hand in Hand geht, wurde 1831 von Dr. Reichenbach zu Blansko in Mähren entdeckt, welcher es aus Buchenholztheer herstellte; doch erst 1850 gelang es dem englischen Chemiker Young, die Bereitungsart dieses

Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/133&oldid=- (Version vom 7.1.2019)