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Die Fabrikate befanden sich bis jetzt allein auf sächsischen Ausstellungen und wurden durch die kleine goldne Medaille ausgezeichnet.

Die hier aufgestellte Dampfmaschine übt zehn Pferdekraft aus.

Das Geschäft wurde im Jahre 1844 durch die jetzigen Besitzer, die Herren Carl und Ernst Berndt gegründet.

Erwähnung verdient noch, daß der größte Theil der Fabrikgebäude von Erdstampfbau und Bodenbau (Steinkohlenasche) aufgeführt ist, und es hat sich diese Bauart weit besser gehalten als Stein- und Ziegelmauer, wobei ihre Herstellung weit weniger Kostenaufwand erfordert.




Wir wenden uns wieder nach dem freundlichen Zittau und die Promenaden um die innere Stadt durchwandernd, finden wir in dem südwestlichen Theil der Vorstadt, aus dem Grün der Bäume und Sträucher hervorleuchtend, einen Complex geschmackvoller neuer Gebäude, deren hohe Dampfessen dieselben sogleich als ein industrielles Etablissement kennzeichnen. Es ist dieses die


Orleans- und Halbwollen-Waaren-Fabrik von Julius Dannenberg.
(Mit Abbildung.)


Dieses Etablissement liegt an dem Ufer der Mandau und umfaßt vier Haupt- und drei Nebengebäude und zwar befindet sich

in dem ersten Hauptgebäude die Stückfärberei, Appretur, Wäscherei, Jacquardweberei auf Handstühlen, die Niederlagen fertiger und roher Waaren, das Haupt- und Nebencomptoir. Die Verlängerung dieses ersten Hauptgebäudes bildet das theilweise noch im Bau begriffene
zweite Hauptgebäude, in welchem sich die mechanische Weberei für Wollen-, Halbwollen-, und Halbseiden-Waaren befindet;
das dritte Hauptgebäude dient als Niederlage der Wollengarne und Zwirne und umschließt auch die Räume, wo die fertige Waare verpackt wird;
das vierte Hauptgebäude endlich enthält die Baumwollenfärberei, sowie die Trockenräume.
Von den Nebengebäuden dienen zwei als Kesselhäuser, in welchen ein Dampfkessel von dreißig Pferdekraft, einer von zwanzig Pferdekraft und einer von vierzig Pferdekraft stehen, und zwar dient der Letztere zum Betrieb der mechanischen Weberei.
In dem dritten Nebengebäude befindet sich die Sengerei.

Diese sämmtlichen Gebäude sind von einem schönen, großen Garten mit Parkanlagen und Springbrunnen umgeben, auch befindet sich in demselben ein großes Gewächshaus mit Gärtnerwohnung.

Als Hauptbranchen umfaßt das Etablissement für jetzt die Fabrikation glatter Orleans, wollene, halbwollene und halbseidene Waaren, und es finden dieselben ihren Absatz nach den Zollvereinsstaaten, sowie auf den Messen in Leipzig und Frankfurt an der Oder. Uebrigens ist der Absatz in allen Artikeln ziemlich gleich stark, da alle sich des besten Renommées erfreuen.


Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 132. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/140&oldid=- (Version vom 7.1.2019)