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Die ganze Fabrik ist mit Gas erleuchtet, welches aus Abfällen der benachbarten Kammgarnspinnerei von Trinius bereitet wird. Für die oberen Räume des Hauptgebäudes ist Dampfheizung eingerichtet.

In der Fabrik werden vorzugsweise landwirthschaftliche Maschinen gebaut, aber auch Aufträge auf andere Maschinen, sowie auf Eisengußwaaren ausgeführt.

Die Haupterzeugnisse sind: Dreschmaschinen, Mähemaschinen, Säemaschinen, Düngerstreumaschinen, Getreidereinigungsmaschinen, Heuwendemaschinen, Pferderechen, Drainröhrenpressen, Ziegelmaschinen, Häckselmaschinen, Wurzelschneidemaschinen, Kartoffelmühlen, Schrotmühlen, Futterquetschmaschinen, Mehlmühlen, Buttermaschinen, Göpel- und Transmissionswerke, Pflüge, Untergrundwühler, Grubber, Cultivatoren, Pferdehacken, Furcheneggen, Walzen, Eggen, Pumpen, Spritzen, Torfstechmaschinen, Eierbrütmaschinen u.s.w., sowie landwirthschaftliche Werkzeuge aller Art, z. B. amerikanische Aexte, englische Sensen u.s.w.

Unter den anderen Maschinen werden auch Nähmaschinen von vorzüglicher Güte hergestellt.

Die Eisengießerei liefert Maschinen jeder Gattung, Dampfmaschinencylinder, Turbinen, amerikanische Mühlwerke; ferner: Architekturobjekte, Grabkreuze mit Schrift, Denkmale, Formkasten, Roste, namentlich Treppenroste, Platten, Krahntheile, Ofentheile, Pumpenrohre, Ventilatoren, Gitter, Säulen, Gartenmöbel und überhaupt alle in dieses Fach einschlagende Artikel.

Die Fabrik fertigt auch Möbeln von Schmiedeeisen, z. B. Bettstellen, Gartenstühle etc., wie dieselben in Frankreich und England bereits überall eingebürgert sind, da dieselben wesentliche Vorzüge haben, denn sie sind nicht nur dauerhafter, sondern nehmen auch weniger Raum ein, als hölzerne Möbeln und das Material behält seinen Werth. Deshalb ist das Etablissement eingerichtet worden, dergleichen Möbel nach allen Mustern und im Großen zu fabriciren.

Von der durch Dr. Hamm in Deutschland zuerst eingeführten und vielfach verbesserten Handdreschmaschine nach Hensman hat die Fabrik binnen fünf Jahren über 1100 Stück geliefert; von verbesserten englischen Dreschmaschinen mit offenem schottischen Göpel für zwei Pferde über 230 Stück; von Drainröhrenpressen nach Williams circa 200 und von Getreidereinigungsmaschinen 440 u.s.w. Neuerdings hat sich insbesondere die von ihr gebaute Mähemaschine mit selbstthätiger Ablegevorrichtung, welche bei dem Mähemaschinen-Concurs zu Köln den Sieg errang, Geltung verschafft. Auch von dem berühmten Grignon-Pflug, dem besten unter den vielen Hunderten der pariser Ausstellungen 1855 und 1856, den in Deutschland die Fabrik zuerst gebaut hat, werden große Mengen verlangt. Gleicherweise sind als die berühmtesten und gangbarsten Erzeugnisse noch zu nennen: die große rheinische Schrotmühle für Brauereien und Brennereien, die Albansche-Säemaschine, die Haferschrotmühle, die Kleesäemaschine, die Richmond’sche Häckselmaschine, die schlesische Waschmaschine, die Lavoisy’sche Buttermaschine u.s.w.

Unter den vorzüglichsten und verbreitetsten Maschinen, welche durch Hrn. Dr. Hamm zuerst auf dem Continent eingeführt, nachgebaut und zum Theil verbessert wurden, nennen wir noch: Garrett’s Drillmaschine und Pferdehacke, Smith’s Heuwendemaschine, Howard’s Pferderechen, Corne’s Häckselmaschine, Moody’s Wurzelschneider, Garrett’s Oelkuchenbrecher, Howard’s Pflüge und Eggen, Exstirpatoren von Tennant und Scoular u.s.w.

Die Erzeugnisse der Fabrik befanden sich auf den Industrieausstellungen zu Leipzig, München und Paris, außerdem noch auf vielen landwirtschaftlichen Ausstellungen. Sie erhielten seit 1852 folgende Auszeichnungen

eine goldene Medaille,

Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 187. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/195&oldid=3469690 (Version vom 6.1.2019)