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drei silberne Pokale,
vierzehn silberne Medaillen,
neun bronzene Medaillen und
verschiedene ehrenvolle Erwähnungen und Geldprämien und

zwar bei den Ausstellungen zu Dresden, Güstrow, Hannover, Borna, München, Brünn, Eilenburg, Weimar, Paris, Wismar, Halberstadt, Braunschweig, Wurzen, Wien, Köln, Koburg, Karlsruhe u.s.w.

Die Fabrikate finden ihren Absatz nach allen Weltgegenden. Deutschland ist zwar der Hauptmarkt, doch wurden schon sehr viele Aufträge ausgeführt nach Ungarn, den Donaufürstenthümern, Rußland und Polen, Schweden, Dänemark, Holland, Portugal, Italien, ferner vorzugsweise nach Griechenland, Brasilien und Java.

Das Etablissement besitzt eine Dampfmaschine von 8 Pferdekraft, welche aber bei dem stets wachsenden Bedürfniß gegen eine neue zwanzig pferdekräftige vertauscht werden muß. An Arbeitsmaschinen sind vorhanden: acht Drehbänke, darunter eine große Plan- und Spitzendrehbank, gegen dreihundert Centner schwer, von Zimmermann, zwei Hobelmaschinen, vier Bohrmaschinen, eine Reifelmaschine, Nuthenstoßmaschinen, Räderschneidemaschmen u.s.w.

Die Fabrik beschäftigt 1 Buchhalter, 2 Comptoirdiener, 1 Maschinisten, 1 Zeichner, 2 Werkführer, 4 Monteure, 1 Gießermeister, und je nach der Zeit und der Nachfrage 60 bis 150 Fabrikarbeiter.

Werkführer, Zeichner, Monteure und Gießermeister sind durchaus bewährte und vorzügliche Fachmänner und die Mehrzahl der Arbeiter ist seit Beginn des Geschäfts darin thätig, also in ihrer Aufgabe völlig erfahren und geschickt.

Die permanente Ausstellung, die Niederlagen und das Hauptcomtoir der Fabrik befinden sich in Leipzig in dem Hause zum Kurprinzen, Roßplatz Nr. 8; außerdem hat die Fabrik noch folgende Commissionaire mit Lager:

Papst und Kraus in Wieselburg (in Ungarn);
J. Fichtner und Söhne in Wien;
C. Speiser in Czernewitz (in der Bukowina);
P. Müller in Braunschweig und
C. F. Schwarz in Echzell (Großherzogthum Hessen).

Der große Ruf, dessen sich das Etablissement in ganz Deutschland und weit über dessen Grenzen hinaus erfreut, gründet sich auf ganz vorzüglich construirte und solid gebaute Maschinen, von denen keine ungeprüft die Fabrik verläßt; für größere Gegenstände gewährt sie gern ein bis fünf Jahre Garantie und nimmt jede Maschine zurück, welche den Angaben nicht entspricht.

Für die Vorzüglichkeit der Leistungen des Etablissements spricht ferner die Thatsache, daß eine große Anzahl der später aufgetauchten Concurrenzanstalten ihre Modelle nicht wie bisher aus England, sondern von hier beziehen und nach denselben arbeiten.

Die Fabrik ist also vollkommen in Stand gesetzt, nicht nur mit allen deutschen, sondern auch ausländischen Anstalten ihrer Branche erfolgreich concurriren zu können und bei dem rastlosen Eifer, mit welchem Herr Dr. Hamm an der Vervollkommnung der landwirthschaftlichen Mechanik in Deutschland und deren Sieg über Englands Concurrenz arbeitet, läßt sich mit Gewißheit erwarten, daß sich das Etablissement nicht nur auf seiner jetzigen Höhe erhalten, sondern auch einen noch schönern Aufschwung nehmen wird.

Die reichhaltigen illustrirten Preiscourante der Fabrik sind im Buchhandel erschienen, außerdem von denselben auch gratis zu beziehen.



Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 188. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/196&oldid=- (Version vom 6.1.2019)