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den Kunstschacht, erbaut im Jahre 1836, 170 Ellen tief, mit einer Förderdampfmaschine von zehn, und einer Dampfmaschine zum Betrieb der Kohlenmühle von sechs Pferdekraft;
den Himmelfahrtsschacht, erbaut 1844, 220 Ellen tief, mit einer Wasserhaltungsdampfmaschine von vierzig und einer Förderdampfmaschine von zehn Pferdekraft;
den ersten Tummelplatzschacht und
den zweiten Tummelplatzschacht, beide erbaut 1855 und jeder 40 Ellen tief.

Diese vier Schächte stehen gegenwärtig in voller Kohlenförderung. Im Bau begriffen und ihrer baldigen Vollendung entgegen sehend, sind:

der Alexanderschacht, begonnen 1856, bekommt eine Teufe von 420 Ellen und erhält eine Wasserhaltungsdampfmaschine von zweihundert und zwei Förderdampfmaschinen von je sechszehn Pferdekraft und
der Arndtschacht, begonnen 1857, bekommt eine Teufe von 70 Ellen, und wird daselbst eine Förderdampfmaschine von sechs Pferdekraft aufgestellt.

Die letzten beiden Schächte kommen noch im Laufe dieses Jahres zur Kohlenförderung.

Neben der Kohlenförderung besteht noch eine Koksbereitungsanstalt mit sechsundsechszig Koksöfen. Diese Anstalt besitzt eine transportable Dampfmaschine von fünf Pferdekraft.

Das Werk beschäftigt fortwährend vierhundert Mann. Die Beamten sind:

der erste Betriebsbeamte, Herr Schichtmeister Bruno Ottomar Rudert,
ein Rechnungsführer,
ein Kohlenschreiber,
zwei Expedienten,
vier Steiger und
zwei Kohlenmesser.

Auf diesem Werk werden gegenwärtig vier Kohlenflötze abgebaut und diese sind:

das Lehekohlflötz, gute, doch sehr zerklüftete Pechkohle, welche ihren Namen von der Lehe, einer Gegend des Oberhohndorfer Reviers hat, und zuweilen in den Scheeren Eisenstein enthält, in einer Mächtigkeit von zwei und einer halben Elle;
das Zachkohlenflötz, zwei Ellen mächtig, meist Blätterkohle, zuweilen mit Eisenstein, so genannt wegen ihrer mühsamen Gewinnung;
das Rußkohlenflötz von vierzehn Ellen Mächtigkeit und
das tiefe planitzer Flötz, zwölf Ellen mächtig, welches eine sehr gute Schmiedekohle gibt und ausgezeichnet zur Koksbereitung ist.

Bis zum Jahr 1840 überstieg die jährliche Kohlenförderung nie 7000 Karren, von hier an aber hob sich dieselbe und schon 1845 wurden 61,600 Karren und 1850 bereits 136,000 Karren à 5 Dresdener Scheffel gefördert; im Jahre 1857 betrug die Kohlenförderung 192,637 Karren.

Die Koksproduktion ist jährlich circa 150,000 Centner.

Der größte Theil der hier geförderten Kohlen wird theils zur Marienhütte, theils zur Koksbereitungsanstalt geliefert, der übrige Theil wird nach Leipzig, Magdeburg und Baiern versendet.



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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 247. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/255&oldid=- (Version vom 6.1.2019)