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Die Königlich Sächsischen Steinkohlenwerke zu Zaukeroda im plauenschen Grunde bei Dresden.
(Mit Abbildung.)


Nächst der Umgegend Zwickaus gewähren in Sachsen die ausgedehnten Kohlenfelder des plauenschen Grundes bei Dresden seit Jahrhunderten (1540) die reichste Ausbeute an Steinkohlen und hier wie dort stößt der Wanderer bei jedem Schritt auf Merkmale des Kohlenbaues und begegnet einem regen bergmännischen Leben. Unter den hier befindlichen Werken stehen die Königlich Sächsischen Steinkohlenwerke zu Zaukeroda mit in erster Reihe.

Diese Werke liegen auf dem linken Weiseritzufer und gränzen mit den auf dem rechten Weiseritzufer gelegenen Freiherrlich von Burgk’schen Steinkohlenwerken. Von Dresden sind sie dreiviertel Meilen entfernt. – Es stehen hier gegenwärtig drei Schächte in voller Kohlenförderung,

der Döhlener Kunstschacht, der älteste von allen, mit 96 Lachtern Teufe und seit 1807 in Betrieb,
der Oppelschacht mit 79½ Lachter Teufe, in Betrieb seit 1840 und
der Albertschacht mit 59 Lachter Teufe und seit 1839 in Betrieb.

Außer diesen drei Hauptschächten giebt es noch sechs Schächte, die aber nur zur Wetterführung dienen.

An Gebäuden befinden sich auf diesen Werken:

ein Gebäude für die Wasserhebungsmaschine mit Wasserrad;
drei Gebäude für die Förderdampfmaschinen mit in einem derselben eingebauten Schmiedewerkstatt;
drei Kohlenschuppen mit in zwei derselben eingebauten Kohlenschreiber-Expeditionen;
eine Kohlenschreiber-Expedition;
drei Zimmerschuppen, ein mit eingebauter Schmiedewerkstatt;
fünf Koaksschuppen;
zwei Waschhäuser zum Verwaschen der Kohlen;
drei Kohlendurchwurfsschuppen;
drei Kohlenverladeschuppen;
ein Materialenschuppen;
eine Bergschmiede;
ein Huthaus;
ein Beamtenhaus;
ein Lohnhaus und
ein Wohnhaus für den Werksarzt.

Die auf diesen Werken vertretenen Branchen sind außer der Kohlengewinnung, die Aufbereitung der Kohlen und die Koaksbereitung.

Die hier gewonnenen Kohlen verschiedener Gattungen und Koakse werden vorzüglich nach Dresden, den Ortschaften der Umgegend, nach den Königlichen Schmelzhütten bei Freiberg, nach vielen unterhalb Dresdens an der Elbe gelegenen Städten, nach Magdeburg u.s.w. versendet.

Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 273. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/281&oldid=- (Version vom 6.1.2019)