Seite:Album der Sächsischen Industrie Band 1.pdf/285

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Compasses, und sein Fallen beträgt in der Hauptsache sechszehn Grad in Südwest, nimmt stellenweise ab und steigert sich stellenweise wieder. Das Flötz erleidet durch Verwerfungen, Kämme und Rücken vielfache Störungen.

Die hiesige Steinkohle ist Schieferkohle und wird nach Maßgabe ihrer besonderen Beschaffenheit in harte und weiche Schieferkohle getheilt; nicht minder liefert das Flötz Gas- und Schmiedekohle und es eignen sich die Kohlen gut zur Koaksbereitung, wozu das bei der Kohlengewinnung zugleich mit gewonnene Kohlenklein, nachdem es der Aufbereitung unterworfen worden, verwendet wird.




Maschinenbau und Baumwollenspinnerei von J. S. Schwalbe & Sohn in Chemnitz.
(Mit Abbildung.)


Dieses Etablissement befindet sich unmittelbar in der Stadt Chemnitz, auf der sogenannten Fabrikstraße, zwischen dem Flusse Chemnitz und dem Katzberge, und grenzt an die Maschinenfabrik des Hrn. Richard Hartmann. Es hat an Gebäuden

ein drei Stock hohes Fabrikgebäude von 120 Ellen Länge und 38 Ellen Tiefe, in welchem der Maschinenbau und die Baumwollenspinnerei betrieben werden und auch das Comptoir sich befindet;
ein an voriges stoßendes Kesselhaus mit eingebautem Speisesaal für die Arbeiter;
ein Magazin für die Wollenvorräthe und
ein Wohnhaus des Herrn Besitzers.

Außerdem sind noch Wagenremisen und Pferdeställe vorhanden.

Zu diesem Gebäudecomplex gehört außer dem freundlichen, das Wohngebäude umgebenden Garten, noch ein großes Feldgrundstück, so daß einer Erweiterung des Etablissements, auch in dem größten Maßstabe, kein Hinderniß im Wege steht.

Eine solche Erweiterung wird auch in nächster Zeit in Angriff genommen, indem der Maschinenbau sich nur provisorisch in dem jetzigen, allein zum Betrieb der Spinnerei bestimmten Fabrikgebäude befindet, und für ihn ein besonderes Gebäude mit entsprechender Dampfkraft errichtet wird.

Als Branchen umfaßt das Etablissement die Maschinenfabrik und die Baumwollenspinnerei.

Die Maschinenfabrik beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Bau

aller zur Baumwollenspinnerei erforderlichen Maschinen nach den neuesten und anerkannt besten Systemen;
aller zur Brauerei erforderlichen Maschinen, sowie
Transmissionen aller Art.

Die Baumwollenspinnerei liefert Strumpfgarne bester Qualität, von Nr. 8 bis Nr. 30.

Die Maschinen finden ihre Abnahme hauptsächlich in Sachsen; doch erfreuen sie sich auch im Auslande eines guten Rufes, indem sowohl nach Schlesien als auch nach Oesterreich bedeutende Aufträge ausgeführt sind. Für die Strumpfgarne ist zwar die Umgebung von Chemnitz der hauptsächlichste Consumtionsplatz,


Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 277. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/285&oldid=- (Version vom 6.1.2019)