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Vicognia-Estremadura bekannten Strickgarne einen großen Ruf erlangt haben und als die gangbarsten Artikel bezeichnet werden können.

Der Absatz dieser Fabrikate erstreckt sich über ganz Deutschland, sowie nach Holland, Rußland und nach der Schweiz.

Das Etablissement beschickte die Ausstellungen von 1846 in Dresden, 1850 in Leipzig, 1851 in London, 1854 in München und 1855 in Paris und es wurden ihm nach jeder dieser Ausstellungen für die Strick- und Häckelgarne die Preismedaillen zuerkannt.

Das Etablissement hat

7500 Feinspindeln und
2400 Zwirnspindeln,

welche durch zwei Turbinen, jede von circa 75 Pferdekraft, getrieben werden.

Beschäftigung finden hier ein Procurist, ein Fabrikdirector, vier Comptoiristen, drei Expedienten, sieben Meister und durchschnittlich zweihundert und vierzig Fabrikarbeiter, welche Zahl sich aber in den Sommermonaten um ein Ansehnliches vermehrt.

Das Etablissement besitzt in Chemnitz ein Comptoir.

Das Etablissement wurde im Jahre 1833 von den Herren Max Hauschild und Wilhelm Pansa gegründet und führte damals die Firma Pansa und Hauschild. Nachdem das Hauptgebäude vollendet war, kam im Jahre 1834 die Spinnerei mit höchstens 2000 Feinspindeln in Gang und beschäftigte sich nur mit der Herstellung guter Strumpfgarne. 1841 begannen die Versuche in der Fabrikation von Strickgarn auf nassem Wege und mit besonderer Drehung, doch wurden in dem ersten Jahre kaum 300 Pfund die Woche geliefert; von 1842 an aber vergrößerte sich die Fabrikation immer mehr und heute decken 7 bis 8000 Pfund pro Woche bei Weitem noch nicht die Nachfrage. 1853, wo die Spinnerei im Ganzen 4920 Spindeln im Gange hatte, schied Herr Wilhelm Pansa aus dem Geschäft und das Etablissement ging in alleinigen Besitz des Herrn Max Hauschild über.




Die Zündrequisitenfabrikation.


Das „Schwefelhölzchen“ ist ein sehr unbedeutendes Wörtchen und bei dem bloßen Anblick auch ein höchst unbedeutendes Ding an und für sich, wenn gleich es sich den Menschen unentbehrlich gemacht hat und bei aller seiner Kleinheit und Unscheinbarkeit doch eine der wichtigsten Rollen in der Welt spielt; und die Fabrikation dieser Kleinigkeiten wird nicht selten mit einer Großartigkeit betrieben, welche man dem Produkt selbst nicht ansieht.

Die Langweiligkeit und Unsicherheit der alten Feuerzeuge – wir erinnern nur an Stahl, Stein und Zunderbüchse – hatte schon längst Versuche zur Herstellung eines schnell und sicher wirkenden Feuererzeugungsmittels hervorgerufen und verschiedene, mehr oder minder praktische Erfindungen waren gemacht worden, wie die des chemischen Feuerzeugs u.s.w. Endlich erfand Congreve das erste Reibefeuerzeug (Lucifer matches), welches aber in seiner Zusammensetzung aus chlorsaurem Kali und


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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 338. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/346&oldid=- (Version vom 9.3.2019)