Seite:Album der Sächsischen Industrie Band 2.pdf/106

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Dampfmaschine wurde durch Anlage einer Transmission in den Druckersaal für Handpressen geleitet, um hier noch weitere drei Druckmaschinen und eine Satinirmaschine aufzustellen. Um den Transport des bedruckten und unbedruckten Papiers, der Schriftformen und sonstiger Gegenstände aus den großen Sälen in die obern Räume der Bücherstube und des Trockenbodens zu erleichtern, wurde von dem Maschinensaale aus ein Aufzug angelegt, der, durch Dampfkraft gehoben, diese Lasten durch sämmtliche Geschosse des Gebäudes bis auf den Trockenboden führt.

Die Galvanoplastische Anstalt wurde erweitert und vervollkommnet, die Kräfte für Gravir- und Stembelarbeiten wurden vermehrt und eine Xylographische Anstalt ward errichtet.

Zur Abrundung des ganzen Plans wurde noch die Einrichtung der Gasbeleuchtung beschlossen, deren Ausführung im Herbst 1857 geschah. Nach den angestellten Berechnungen werden die sämmtlichen Geschäftslocale der Firma im Ganzen durch 319 Flammen erleuchtet. Bei der gewöhnlichen Arbeitszeit werden diese Flammen in einem Jahre ungefähr 553 Stunden brennen und ein Quantum von 529167,87 Kubikfuß Gas verbrauchen. Der größere Theil davon kommt auf die ausgedehnten Locale der technischen Geschäftszweige, von denen die Buchdruckerei 180 Flammen (der große Setzersaal 62, der Druckersaal 24, der Maschinensaal 20 Flammen), die Schriftgießerei 28 und die Geographisch-artistische Anstalt 31 Flammen enthalten.

Das Material, mit welchem die Druckerei gegenwärtig arbeitet, besteht im Wesentlichen aus folgenden Gegenständen: 14 Druckmaschinen, durch eine Dampfmaschine in Bewegung gesetzt, worunter 2 Doppelmaschinen mittlern Formats, 2 Doppelmaschinen größten Formats (für den Druck der „Illustr. Ztg.“ bestimmt), 4 einfache Maschinen Lexikonformats, 3 einfache Maschinen mittleren Formats, 2 Krummzapfenmaschinen und eine Accidenzmaschine; 24 Handpressen, worunter: 1 Handpresse größten Placatformats, 7 Columbiapressen, 3 Hagarpressen, 5 Hoffmann’sche Pressen, 4 Faulmann’sche Pressen, 1 Stanhopepresse, 1 Kniehebelpresse, 1 Cogger’sche Presse, 1 Accidenzpresse; 3 Satinirmaschinen, von denen 2 durch Dampfkraft bewegt werden; 6 Glättpressen: 2 hydraulische Pressen mit vereintem Pumpwerk und 4 Schraubenglättpressen; 3000 Ctr. Schriften aller Arten alter und neuer Sprachen, Schriftlichen, Vignetten, Verzierungen, Placatschriften etc.; ferner an Gegenständen und Utensilien die den Arbeitskräften entsprechende Anzahl von Setzregalen, Formenregalen, Schriftregalen, Setzkätzen, Setzbretern, Keilrahmen und Formenrahmen, Schließplatten, Schließrahmen, und andern Druckereiutensilien, Buchbinder- und Tischlergeräthsschaften und einschlagenden Gegenständen aller Art. Das Personal bestand am 13. Juli 1856 aus 6 Factoren: 1 Hauptfactor, 1 Accidenzfactor, 1 Druckerfactor für Handpressen, 1 Druckerfactor für Schnellpressen, 1 Faktor des Papierlagers und 1 Faktor der Bücherstube; ferner aus 83 Setzern und 13 Setzerlehrlingen, 34 Druckern an Handpressen und 3 Druckerlehrlingen, 8 Maschinenmeistern, 23 Markthelfern, 56 Burschen, 2 Tischlern und 1 Buchbinder für das Schneiden und Falzen von Accidenzen. Die Löhne, welche an dieses Arbeiterpersonal gezahlt werden, betragen jährlich über 40,000 Thlr. Die Buchbinderwerkstatt, welche vorzugsweise nur die Broschüren auszuführen hat, steht unter der Leitung der Frau Karoline verw. Bley und eines Werkführers und beschäftigt 22 Arbeiter.

Eine einfache Druckmaschine kann jährlich in den gewöhnlichen Arbeitsstunden unter Berücksichtigung der Zeit, welche für das Zurichten der Formen und für andere Unterbrechung in Abrechnung kommt, 1,500,000 Drucke oder 750,000 Druckbogen (Schön- und Widerdruck) liefern; eine Handpresse dagegen 450,000 Drucke oder 225,000 Druckbogen.

Außer den zahlreichen Accidenzen, welche fortwährend einen Theil der Arbeitskräfte in Anspruch nehmen und von denen besonders die für die Leipzig-Dresdener Eisenbahn eine große Anzahl Handpressen beschäftigen, wurden im Jahre 1855 12,855,679 Bogen gedruckt, welche ganzen Werken, Zeitungen und Zeitschriften angehörten. Hierzu wurden 2571 Ballen 1 Ries 7 Buch verwendet, und die Preise für Satz und Druck betrugen 80,527 Thlr. 2 Ngr.

Bei dieser Production nimmt die Verlagshandlung die überwiegende Stelle ein, indem für sie davon

Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 100. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/106&oldid=- (Version vom 9.3.2019)