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Ihr Material besteht aus 3 Klischmaschinen, 5 Gießpumpen, 1 Prägstock, 1 Bohrmaschine, 1 Linienschneideapparat, 1 Linienziehbank, 6 Bestoßzeugen, 9 mechanischen Höhehobeln, 16 Fuß- und Signaturhobeln, 360 Gießinstrumenten, 2 Linieninstrumenten, 6 Galvanischen Apparaten, Stempeln zu 220 verschiedenen Schriftsorten und Matrizen zu 850 dergl., sowie Stempeln und Matrizen zu einer reichhaltigen Auswahl Verzierungen, Einfassungen, Klammern u.s.w., worüber die Schriftproben der Gießerei speciellen Nachweis geben.

Das Personal bestand am 13. Juli 1856 aus 1 Geschäftsführer, 1 Factor, 5 Fertigmachern, Zurichtern und Justirern, 15 Schriftgießergehülfen und 3 Lehrlingen, sowie 14 Schleifern und Abbrechern. Die Arbeitslöhne an dieses Personal betragen jährlich circa 12,000 Thlr.

In einem Jahre werden 50–60,000 Pfd. Schriften und Schriftzeichen aller Art gegossen, deren Werth 25–30,000 Thlr. beträgt und von denen die eigene Druckerei allein über 30,000 Pfd. bezieht.

C. Die Stereotypengießerei.

Mit der Schriftgießerei steht in engster Verbindung die Stereotypengießerei, welche schon 1833 eingerichtet, und als die erstere 1843 von Weimar nach Leipzig verlegt worden war, mit dieser vereinigt wurde.

Sie arbeitet nach Stanhope’schem und Daulé’schem Verfahren und neuerdings auch nach dem französischen Verfahren mit Papiermatrizen; aus derselben sind die zahlreichen Stereotypplatten der bedeutendsten Unternehmungen der Verlagshandlung, des „Conversations-Lexikon“ und der sich demselben anschließenden Supplementwerke, des „Kleinern Brockhaus’schen Conversations-Lexikon“, des „Pfennig-Magazin“ und anderer Werke hervorgegangen.

Sie producirt in einem Jahre circa 20,000 Pfund Platten und Clichés.

Das Personal besteht aus 4 Stereotypengießern und 1 Lehrling.

D. Die Geographisch-artistische Anstalt.

Das schon erwähnte Unternehmen der Verlagshandlung, der „Bilder-Atlas zum Conversations-Lexikon“, in 10 Abtheilungen mit 500 Tafeln in Stahl- und Kupferstich und 10 Bänden erklärendem Text, dessen artistische Herstellung unter der eigenen Leitung ausgeführt werden sollte, veranlaßte die Officin, den bereits ausgeübten Zweigen der graphischen Künste einen neuen hinzuzufügen. Es wurde deshalb im Jahre 1843 ein Atelier für Zeichner und Stahlstecher und eine Stahl- und Kupferdruckerei mit 11 Pressen eingerichtet, welche ausschließlich mit der künstlerischen Ausführung und Herstellung des „Bilder-Atlas“ beschäftigt waren, der die günstigste Aufnahme und weiteste Verbreitung fand und von dem selbst Ausgaben in fremden (englischer, russischer, schwedischer, holländischer) Sprachen veranstaltet wurden. Seit dem Beginn dieses Unternehmens sind bis jetzt 3,841,000 Tafeln aus der Anstalt hervorgegangen.

Nach vollendeter Herstellung dieses Werks wendete sich dieselbe auch der Ausführung fremder Aufträge zu und wurde mit solchen vielfach in Anspruch genommen.

Die erhöhte Bedeutung, welche die Kartographie in dem letzten Jahrzehnd genommen, veranlaßte die Firma, auch diese Richtung in den Bereich ihrer Unternehmungen zu ziehen und nachdem sie für die Leitung derselben den Kartographen Henry Lange gewonnen, gründete sie 1855 auch eine Geographische Anstalt und verband diese mit dem vorhandenen artistischen Theile der Officin unter der Firma F. A. Brockhaus’ Geographisch-artistische Anstalt. Es wurden Zeichner und Lithographen angenommen und eine Lithographische Druckerei mit 3 Pressen eingerichtet. Auch eine Linir-, Copir- und Reliefmaschine wurde für dahin einschlagende Arbeiten aufgestellt.

Neben der Production für die Firma ist die Geographisch-artistische Anstalt fortwährend auch mit der Ausführung fremder Aufträge beschäftigt.



Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 102. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/108&oldid=- (Version vom 9.3.2019)