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Fünf Etablissements beschäftigen sich mit Holzetuifabrikation, liefern aber auch nebenbei allerhand künstliche Holzarbeiten.

Weitberühmt wegen ihrer großartigen Ausdehnung ist die Hutfabrik von E. E. F. Haugk, eine Musterfabrik, sowohl was die Anfertigung des Fabrikats, als auch was die Modeauffassung betrifft, und mit dem besten pariser Fabrikat wetteifernd. Minder großartig, aber in ihren Leistungen ausgezeichnet ist auch die Hutfabrik von C. Haugk.

Dann existirt noch eine Hutfourniturenfabrik für Herren, die Alles nach pariser Modellen arbeitet.

In nächster Nähe Leipzigs befinden sich zwei der bedeutendsten Kammgarnspinnereien und Maschinenwollkämmereien Deutschlands, nämlich die Kammgarnspinnerei zu Pfaffendorf (siehe Band 1, Seite 92) und die Kammgarnspinnerei von Bernh. Trinius und Söhne in Eutritzsch.

Drei Kartenfabriken liefern dieses in vielen Kreisen unentbehrlich gewordene Zeittödtungsmittel. Hauptsächlich werden deutsche Schwerter- und französische Karten gearbeitet.

Ferner giebt es eine vielbeschäftigte Korkpfropfenfabrik hier.

Kupfer- und Stahldruckereien werden ebenfalls fabrikmäßig betrieben. Unter den achtzehn Etablissements ist das von A. H. Payne mit zwanzig Stahldruckpressen das Großartigste.

Lack-, Firniß- und Oelfarbenfabriken giebt es vier, zum Theil mit Dampfgetrieben. Vorzüglich gerühmt werden die Erzeugnisse der Dampffabrik von C. G. Gaudig.

Die Lampen-, Metall- und Lakierwaarenfabrik von Häckel ist als Lampenfabrik die einzige Sachsens, sie zeichnet sich durch viele eigene Verbesserungen an ihren Fabrikaten aus und kann erfolgreich mit den Fabriken in Berlin und Hannover konkurriren.

Luxuspapierfabriken befinden sich vier am Platze.

Maschinenbauanstalten, zum Theil auch mit Eisengießereien verbunden, sind elf, wozu noch die nur für eigenen Bedarf arbeitenden Maschinenbauanstalten der Leipzig-Dresdner und der sächsisch-baierschen Eisenbahn kommen. Die landwirthschaftliche Maschinenfabrik von Dr. W. Hamm (Band 1, Seite 95, bereits besprochen) besitzt ausgezeichneten Ruf.

Dann finden wir eine wohlrenommirte Metallbuchstabenfabrik, zwei Metallknopffabriken und eine Metallschraubenfabrik.

Ebenso wird Notenstecherei und Notendruckerei fabrikmäßig betrieben.

Die Oelraffinerie beschäftigt vier Etablissements. Vier Pappenfabrikanten arbeiten fast nur für Leipzigs großen Bedarf in diesen Artikeln.

Berühmt sind die Parfümerie- und Toilettenseifenfabriken, deren es sechs giebt; vorzüglich renommirt sind die Firmen Jung und Co. und Friedrich Struve.

Dann sind drei Parquetbodenfabriken und eine Pergamentfabrik, welche sich durch ihre streng solide Waare auszeichnet.

Wichtig für Leipzig ist seine berühmte Pianofortefabrikation, welche ebenfalls zu den älteren Industriezweigen gehört und eines wohlverdienten Rufs sich erfreut; der Absatz ihrer Erzeugnisse erstreckt sich bis Amerika. Es giebt sechsundzwanzig Fabriken, von denen die von Breitkopf und Härtel und A. Bretschneider die berühmtesten sind.

Fünfzig Firmen, fast nur in Händen von Frauen, beschäftigen sich mit fabrikmäßiger Darstellung von Putz- und Modewaaren.

Die Sammtfabriken, deren 1812 noch fünf hier waren, sind bis auf zwei zusammengeschmolzen.

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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 157. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/163&oldid=- (Version vom 11.5.2019)