Seite:Album der Sächsischen Industrie Band 2.pdf/168

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zu bieten, gründete Herr G. Geitner in seinem unermüdlichen Streben nach möglichster Vielseitigkeit und Vollkommenheit seiner Anstalt, und nicht ohne sehr bedeutende Opfer im Jahre 1857 ein zweites Etablissement, die Baumschule in Planitz, welches unter der Firma: G. Geitners Treibegärtnerei, Baumschulenabtheilung betrieben wird.

Dieses neue Etablissement befindet sich in einiger Entfernung von der eigentlichen Treibegärtnerei, in Oberplanitz, ziemlich in der Mitte des Dorfes und gegen Nordost gedeckt durch den Schloßberg, in bedeutendem Umfang auf dem Areal eines ehemaligen Bauergutes, von dessen früheren Wirthschaftsgebäuden im Ganzen noch drei stehen, die jetzt zu Wohnungen eingerichtet sind.

Die hier vertretenen Branchen sind die Kultur von Obst-, Allee- und Zierbäumen, Ziersträucher, Beerenobst, Rosen, Stauden, Kartoffeln in fünfzig Sorten, im Ganzen an zweitausend Arten, von denen schon über vierzigtausend Stück eingeschult sind, die dicht bestandenen Samenschulen nicht gerechnet.

Der Hauptabsatz dieser Erzeugnisse vertheilt sich ziemlich gleichmäßig über den Continent.

Es sind hier fortwährend sechs Leute beschäftigt unter einem Obergärtner, der jedoch dem Inspektor Herrn A. Vocke, welcher letzterer beiden Gärten vorsteht, subordinirt ist.

Durch Hinzuziehung dieser Branchen ist eine so große Vielseitigkeit des Etablissements erzielt worden, daß nun ein Hauptkatalog allein aller zwei Jahre erscheinen wird, aber außerdem jährlich drei bis vier Zweig- oder Supplementkataloge, welche die einzelnen Branchen wieder ausführlich behandeln werden, und es bieten dieselben die beste Gelegenheit, sich von der Reichhaltigkeit der Sammlungen zu überzeugen. Der Hauptkatalog für 1860–1862 umfaßt 101 zweispaltige Seiten des compressesten Druckes und es wird derselbe in Bezug auf seine strengwissenschaftliche Anordnung als die Krone aller Handelskataloge bezeichnet.




Die chemischen Bleichereien der Herren Diener.


Ein Hauptsitz der chemischen Bleichereien Sachsens ist die Gegend von Chemnitz, wo diese Etablissements, hervorgerufen durch die hier lebhaft betriebene umfangreiche Strumpfwaarenfabrikation, sich besonders zahlreich vorfinden und zum Theil sehr ansehnlichen Umfang besitzen; zu den ansehnlichsten Etablissements dieser Branche, nicht nur in der chemnitzer Gegend, sondern überhaupt in Sachsen, gehören die chemischen Bleichereien der Herren

Johann Daniel Diener in Wüstenbrand und
F. Hermann Diener in Nutzung-Ober-Lungwitz,

welche sich durch umfangreichen Betrieb, Güte ihrer Leistungen und zweckmäßige Einrichtungen gleich sehr auszeichnen.

Betrachten wir diese Etablissements im Einzelnen.

Die chemische Bleicherei von J. D. Diener in Wüstenbrand.

Wüstenbrand ist ein Fabrikdorf mit 100 bewohnten Gebäuden und 1014 Einwohnern, und liegt dicht an der Grenze der schönburgischen Herrschaften, an der von Hohenstein nach Chemnitz führenden


Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 162. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/168&oldid=- (Version vom 13.8.2019)