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Chaussee und berührt von der Chemnitz-Zwickauer Eisenbahn, welche hier eine Station hat. Von Chemnitz ist es drei Stunden, von Hohenstein und Ernstthal drei Viertelstunden und von Limbach eine und eine halbe Stunde entfernt.

Hier finden wir dicht an der Chaussee die chemische Bleicherei von J. D. Diener, welche an Gebäuden drei Haupt- und drei Nebengebäude besitzt, als

ein Hauptgebäude, die Wohnung des Besitzers enthaltend;
ein dergleichen, wo sich im Parterre Fässer zum Fixen der Waaren, sowie Apparate zum Waschen und im ersten Stock ein Saal zum Trocknen der Waaren befinden;
ein drittes Hauptgebäude, wo im Parterre die Kessel zum Kochen, sowie diverse Apparate zum Waschen aufgestellt sind, im ersten Stock aber sich gleichfalls ein Trockensaal befindet;
ein Nebengebäude mit Arbeiterwohnungen, Wagenremisen und Ställen;
ein zweites Nebengebäude mit eingebautem Faß zum Aeschern der Waare, und
eine Scheune.

Hierzu gehören zwanzig Scheffel Feld und Wiesen.

Gegründet wurde dieses Etablissement im Jahre 1788 von Johann Daniel Diener, dem Großvater des jetzigen Herrn Besitzers.

Wenden wir uns nach Nutzung-Ober-Lungwitz, einem Seitenflügel des langgestreckten, volkreichen Dorfes Langenlungwitz im Lungwitzthale, von Hohenstein und Ernstthal drei Viertelstunden und von Chemnitz drei Stunden entfernt. In der Nähe befindet sich der durch seine Diebereien berüchtigte Steinberg, wo sich vor nicht langer Zeit erst eine zahlreiche Bande von Diebsgenossen gebildet hatte, deren Verbindungen bis weit nach Böhmen hineinreichten und die das halbe Erzgebirge durch ihre Streifereien und nächtlichen Einbrüche beunruhigte, bis endlich die Mehrzahl dieser sauberen Burschen aufgehoben und in Zuchthäusern versorgt wurden.

Hier liegt in der Mitte zweier ähnlichen Etablissements die

chemische Bleicherei von F. H. Diener

mit ihren neuen ebenso geschmackvollen als freundlichen Gebäuden, deren Complex umfaßt

ein gut eingerichtetes großes Wohngebäude mit eingebauten großen Niederlagen für Bleichmaterialien;
ein großes, massives, drei Stockwerk hohes Bleichgebäude, welches Parterre in den großen gewölbten Räumen, die zur Bleicherei nöthigen Utensilien, wozu vortheilhaft angelegte größere Wasserleitungen, einige Wasserkraft zum Betrieb der Wasch- und Trockenmaschinen, so wie ein eingebauter Trockenofen für Luftheizung gehören, enthält, während im ersten und zweiten Stock sich Waarenniederlagen und Trockenstuben befinden;
ein ziemlich geräumiges Trockenhaus mit eingebauter Remise und Stallung; und
eine Scheune mit eingebauter Stallung.

Hieran schließen sich ein großer Trockenplan, sowie ein schöner Gemüse- und Blumengarten; auch gehören noch mehrere Scheffel Feld dazu.

In diesem Etablissement werden ein Werk- und ein Geschäftsführer und abwechselnd dreizehn bis achtzehn Arbeiter beschäftigt.

Dieses Etablissement wurde von dem Vater des vorigen Besitzers, August Friedrich Beckert, zur Zeit der Rasenbleicherei gegründet, von letzterem zu seiner jetzigen Bedeutung erhoben und bis zum Jahre 1852 bewirthschaftet, wo es, nach A. Beckerts tragischem Tode, in Besitz des Herrn Hermann Diener gelangte.

In den beiden genannten Etablissements sind die Einrichtungen ziemlich gleich und die in ihnen vertretenen Branchen sind

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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 167. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/173&oldid=- (Version vom 11.5.2019)