Seite:Album der Sächsischen Industrie Band 2.pdf/204

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Jahren schon in einem damals erschienenen Werke gesagt werden mußte: „Mitweida gehört jetzt zu den ärmsten Städten Sachsens.“

Bei dem späteren allgemeinen Aufschwung, welchen Sachsens Industrie nahm, ist indeß auch das altberühmte Mitweida nicht zurück geblieben, es nahm vielmehr, wenn auch nicht ohne Kampf, seine Stelle als wichtige Fabrikstadt unseres Vaterlandes wieder ein.

Die Hauptbeschäftigung Mitweidas ist jetzt die Baumwollenweberei, und es werden vorzüglich Barchent, Futterkattune, Flanells, Sarsenetts u.s.w. gefertigt. Die vorzüglichsten Fabrikanten dieser Branche sind: Joh. Gottfried Backofen, Gottl. und Traugott Dietze, C. F. Emmrich und Sohn, J. H. Rüdiger und Söhne, u.s.w.

Seidenwaaren liefern Wagner und Römer.

Baumwollenspinnereien giebt es drei, von denen die von Joh. Christ. Weiß in Weißenthal die ansehnlichste ist.

Ferner giebt es eine Schafwollenspinnerei und einige Strumpfwaarenfabrikanten, sowie sehr bedeutende Färbereien.

Schließlich sei bemerkt, daß Mitweida gegenwärtig in 618 Wohngebäuden 7210 Bewohner zählt. 1697 hatte es in 330 bewohnten Häusern 1600 Einwohner; im Jahre 1801 zählte man in 488 Häusern 3440 Einwohner, 1806 waren 500 Häuser mit 3770 Einwohnern vorhanden, 1850 aber gab es in 579 Wohngebäuden 6237 Bewohner, woraus sich für die letzten zehn Jahre eine Zunahme der Bewohner um tausend Köpfe ergiebt, eine Erscheinung, die eben nur in Fabrikstädten möglich ist.



Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 198. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/204&oldid=- (Version vom 17.1.2018)