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Die hier gefärbten Garne befanden sich auf der Gewerbeausstellung zu Dresden vom Jahre 1845, wo sie die große silberne Preismedaille erhielten, ferner auf der Industrieausstellung zu München, wo ihre Vorzüglichkeit durch das Belobungsdekret Anerkennung fand.

Beschäftigt sind in der Fabrik fortwährend 140 Fabrikarbeiter, ferner verschiedene Comptoiristen, Reisende und Agenten.

Die Fabrik wurde im Jahre 1814 von Herrn J. A. Römer sen. in Frankenberg begründet, im Jahre 1848 aber nach Hainsberg verlegt. Anfangs nur auf 3000 Pfund per Woche eingerichtet, liefert sie jetzt wöchentlich circa 8000 Pfund Türkischroth-Garn.




Die Werke des Potschappler Actienvereins für Steinkohlenabbau im plauenschen Grunde bei Dresden.


Der thatsächlich festgestellte Steinkohlenreichthum des plauenschen Grundes und seiner Umgebungen, so wie das immer mehr sich steigernde Bedürfniß nach diesem Feuerungsmaterial, veranlaßte im Jahre 1836 die Bildung einer Aktiengesellschaft, welche die Firma „Potschappler Actien-Verein“ annahm und zum Abbau die Reviere auf dem Windberge und bei Kleinnaundorf wählte, wo namentlich auf dem letzteren Revier das Vorhandensein von Kohlen seit langen Jahren bekannt war. Der Kohlenabbau ist bis jetzt mit dem besten Erfolge betrieben worden und die Gesellschaft hat bei ihrem nun fünfundzwanzigjährigen Bestehen alle Ursache, mit den gewonnenen Resultaten sich befriedigt zu erklären, namentlich aber in Hinblick auf andere ähnliche Unternehmungen, die unter den glänzendsten Anzeichen begonnen wurden und dann ein klägliches Ende fanden.

Gegenwärtig hat der Verein zwei Schächte in Betrieb, von denen der eine

der Windbergschacht

auf dem langgestreckten Rücken des 900 Fuß über der Elbe und 1099 Fuß über der Meeresfläche sich erhebenden romantischen und sagenreichen Windberges, eine Zierde des plauenschen Grundes, liegt, der übrigens noch zwei, dem Baron Dathe von Burgk gehörende Kohlenschächte, den Hoffnungsschacht und den Segen-Gottesschacht trägt.

Bei dem Windbergschacht ist mit 202 Lachter Teufe das erste Kohlenflötz erreicht, welches im Durchschnitt neun Ellen Mächtigkeit besitzt; unter diesem befinden sich noch zwei Flötze, die aber wegen geringerer Mächtigkeit und geringerer Beschaffenheit der Kohlen jetzt nicht abbauwürdig sind.

Das Windbergrevier hat jetzt 22 Kohlenörter in Betrieb mit 112 Mann Belegung und lieferte vom 1. Juli 1859 bis 30. Juni 1860 522,310 Scheffel Kohlen, während die Ausbeute im vorhergehenden Rechnungsjahre nur 515,635 Scheffel betrug.


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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 242. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/248&oldid=- (Version vom 17.1.2018)