Seite:Album der Sächsischen Industrie Band 2.pdf/29

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

An Maschinen besitzt das Etablissement eine Dampfmaschine mit zwei Kesseln von zwölf Pferdekraft, zweiundzwanzig mechanische Webestühle, zwei Scheercylinder, zwei Kreppmaschinen, eine Schleutermaschine, eine Waschmaschine, eine Spuhlmaschine, eine Treibemaschine und drei Pressen.

Das hier fortwährend beschäftigte Arbeitspersonal besteht aus drei Comptoiristen, zwei Maschinisten, zwei Reisenden, dreißig Mädchen, fünf Färbergehilfen und vier Leuten zum Aufmachen und Verpacken der Waaren; außer dem Hause werden fortwährend drei- bis vierhundert Weber beschäftigt.




Die Strumpffabrik von Moritz Samuel Esche in Limbach bei Chemnitz.


Dieses Etablissement ist das älteste der jetzt bestehenden dieser Branche und zählt zu den ansehnlichsten des industriell regsamen Marktfleckens Limbach bei Chemnitz, und befindet sich gegenwärtig im Besitz der Herren Julius und Theodor Esche.

An Gebäuden finden wir hier

ein Hauptgebäude und
fünf Nebengebäude, enthaltend die Wohnung der Herren Besitzer, das Comptoir, die Lager- und Appreturräume; ferner
ein großes Fabrikgebäude, vis-à-vis den Geschäftsgebäuden gelegen, von drei Stock Höhe und zwölf Fenstern Fronte, enthaltend die Säle für Spuhlerei, Rundstuhlmaschinen, und Nähmaschinen; ferner den Rundstuhlmaschinenbau, sowie Zuschneide- und Lagerräume.

Dieses Fabrikgebäude umgiebt ein großer Garten.

Die hier vertretenen Branchen sind

die Strumpffabrikation und
der Rundstuhlmaschinenbau.

Die Haupterzeugnisse sind Strumpfwaaren aller Art, als: Strümpfe und Socken, Handschuhe, Unterhosen und Jacken, Mützen, Hauben und dergl. in Baumwolle, Wolle und Seide und es finden diese nach allen Gegenden Deutschlands und überhaupt ziemlich nach allen Ländern Europas, sowie nach Nord- und Südamerika, Australien, Ostindien und Afrika ihren Absatz. Messen werden nie besucht.

Der Maschinenbau sorgt hauptsächlich für eigenen Bedarf.

Von Ausstellungen wurden bis jetzt nur die in Leipzig vom Jahre 1850 beschickt und erhielt die Firma daselbst im Verein mit mehreren anderen Ausstellern für Strumpfwaaren aller Art die große goldene, und auch die große silberne Preismedaille.

Das Etablissement besitzt eine achtpferdige Dampfmaschine und eine größere Anzahl mechanischer Strumpfstühle mit dazugehörigen Spuhlmaschinen u.s.w.

Fortwährend werden hier beschäftigt 6 Comptoiristen, 1 Directrice, in dem geschlossenen Etablissement 110 Fabrikarbeiter, Mädchen und Kinder, in der Appretur 50 bis 60 Arbeiter, und ferner eine große Anzahl Hände in der Hausindustrie, deren genaue Zahl nicht gut anzugeben ist.

Die Procura führt Herr Eduard Niede.


Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/29&oldid=3078596 (Version vom 13.1.2018)