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Die Haupterzeugnisse der Ledermanufactur sind:

Roß- und Rindverdeckleder, Geschirrleder, roßlederner Ausschnitt, Kalb-, Schaf- und Ziegenfelle, schwarze Bockfelle;

die Lackirerei und Leimsiederei liefert besonders:

lackirte Roß- und Rindverdeckleder, lackirte Kalb-, Schaf- und Ziegenfelle u.s.w., so wie mehrere Sorten Leim;

die Papier-, Pappen- und Preßspahnfabrik fertigt außer

Papieren, Pappen und Preßspähnen hauptsächlich Dachpappen von vorzüglicher Güte, deren Anwendung zu Bedachungen durch Ministerialverordnung gestattet ist.

Diese Artikel finden ihren Hauptabsatz in Deutschland und nach dem Orient, mittelst direkter Verbindungen. Mit Waaren werden nur die Messen in Leipzig besucht.

Die lackirten Kalbfelle dieses Etablissements erhielten auf den Ausstellungen in Dresden 1838 und 1840 die goldene und silberne Medaille.

Zum Fabrikbetrieb sind zwei Dampfmaschinen von zusammen dreißig Pferdekraft aufgestellt.

Fortwährend beschäftigt sind hier drei Comptoiristen, fünf Werkführer und zweihundert und sechszig Arbeiter.

Gründer dieser Etablissements ist Herr Daniel Wilhelm Beck, welcher im Jahre 1838 zuerst das Leder-Manufakturgeschäft anlegte, welches sich rasch erweiterte, sodaß nach Verlauf einiger Jahre Herr Beck sich veranlaßt sah, die Lederlackirerei und Leimsiederei zu gründen, worauf im Jahre 1851 die Einrichtung der Papier-, Pappen- und Preßspahnfabrik erfolgte. Am 28. Juli 1860 starb Herr D. Beck und nach seinem Wunsch, in der Nähe seiner Schöpfungen zu ruhen, wurde er bei der Fabrik beerdigt, und er schlummert nun hier in einer einfach aber geschmackvoll angelegten Ruhestätte nach dem jahrelangen rastlosen Mühen und Schaffen.

Das Etablissement ging nun an die hinterlassenen drei Söhne des Verstorbenen über, nämlich an die Herren

Oskar Rudolph Beck,
Guido Eugenius Beck und
Paul Johannes Beck,

welche das Geschäft unter der altberühmten Firma D. Beck fortführen.

Sowohl Se. Majestät der König Johann als auch der verstorbene König Friedrich August, nebst anderen Mitgliedern des Königlichen Hauses beehrten bei Ihrer Anwesenheit in Döbeln die beschriebenen Fabrikanlagen mit Ihrem Besuche.



Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 290. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/296&oldid=- (Version vom 9.3.2019)