Seite:Album der Sächsischen Industrie Band 2.pdf/30

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Dieses Geschäft verdankt seine in der letzten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts geschehene Gründung einem Nachkommen des bereits in einem früheren Artikel [Band I, Seite 153] erwähnten David Esche, Herrn Johann Samuel Esche, welcher im Jahre 1777 das Hauptgeschäftshaus baute, und durch langjähriges rastloses Wirken das Geschäft zu immer höherer Blüthe brachte; seine Söhne, die Herren Moritz Samuel Esche und Reinhold Esche führten es dann unter der alten Firma bis zum Jahre 1835 fort, wo letzterer sich separirte, ersterer aber in dem alten Locale blieb und die heutige Firma gründete, welche auch von dessen Söhnen, an die das Geschäft 1843 übergeben wurde, fortgeführt wird.

Das geschlossene Etablissement wurde 1854 erbaut.




Die Dampfschneidemühle und Bauholzhandlung von Bäßler und Bomnitz in Leipzig.


Vor dem Tauchaer Thore in Leipzig, bei dem Dorfe Neu-Schönfeld und dicht an der Leipzig-Dresdner Eisenbahn, dehnt sich ein großer mit gewaltigen Holzhaufen bedeckter Platz aus, auf welchem sich auch mehrere Gebäude befinden, wo an einem derselben vorzüglich eine hohe, schlanke Dampfesse in die Augen fällt, es ist dieses die Dampfschneidemühle und die Bauholzhandlung von Bäßler und Bomnitz, wo die Gebäude nach dem im Jahre 1856 stattgefundenen Brande in elegantem geschmackvollen Styl neu erbaut sind. Sie bestehen in

einer Dampfschneidemühle mit einer fünfzigpferdigen Dampfmaschine, aus der ehemaligen Harkortschen Maschinenfabrik in Leipzig; dieselbe treibt sechs Gatter; jedes Gatter hat mehrere Sägen und in Allem sind sechzig Sägen vorhanden;
einem Pferdestall zu zwanzig Pferden, die mit in dem Geschäft verwendet werden;
einem Comptoirgebäude,
einem Arbeiterhause und
einem Kohlenschuppen.

Hierzu gehört noch ein Garten.

Die hier geschnittenen Bretter und das Bauholz – welches hauptsächlich aus Böhmen bezogen wird – finden ihren Absatz vier bis fünf Meilen in der Umgegend, sowie nach dem Norden Deutschlands.

Dieses Etablissement beschäftigt fortwährend sechsundsechzig Leute, als: vier Comptoiristen, einen Maschinisten, einen Reisenden, einen Schneidemüller mit fünf Gehilfen, vier Feuerleute u.s.w.

Die Procura führen die Herren C. Leisching und Fritz Gnüchtel.

Besitzer dieses Etablissements sind die Herren Adolph Moritz Bäßler und Heinrich Gnüchtel. Gründer desselben aber außer dem Erstgenannten, der seitdem verstorbene Herr August Wilhelm Bomnitz, dessen Tod indessen in der Firma keine Aenderung hervorrief.

Die Herren Begründer der früheren Dampfschneidemühle erhielten im Jahre 1846 auf Grund der Bekanntmachung vom 10. Dezbr. 1844 von dem Ministerium eine Prämie von fünfhundert Thalern

„für nachhaltigen Betrieb des Etablissements und für Anwendung schwacher, nicht über ein Achtelzoll schneidender Sägen.“

Es werden hier in einer Stunde 1200 Bretter geschnitten und man kann bei Annahme von nur zwölf Arbeitsstunden die tägliche Production auf 14–15,000 Bretter berechnen.




Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/30&oldid=3078599 (Version vom 13.1.2018)