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1) ein Wohnhaus;
2) das Mangelgebäude, enthaltend, die Kastenmangel, Cylindermangel und zwei eiserne Pressen, nebst Lagerräumen für rohe und fertige Waaren;
3) das Bleichhaus mit Walke, ein Dampfkessel zum Kochen der Bleichbottige, ein Hydro-Extrakteur oder Centrifugaltrockenmaschine und ein Wasserdruckwerk zum Bewässern der Bleichpläne;
4) den durchaus massiv erbauten Trockenthurm, um im Winter die Waare mittelst heißer Luft zu trocknen; im untern Lokal befinden sich zwei Stärkekessel und eine Stärkmaschine;
5) das Scheunengebäude mit unterbauten Keller, Pferde- und Kuhstall;
6) einen Kohlenschuppen und
7) ein Schweif- und Spülhaus.

Der zum Bleichplan benutzte Garten enthält zwei und einen halben Acker Flächenraum.

Das Etablissement beschäftigt sich nur mit Bleichen und Appretiren der Waaren und es werden hier größtentheils in jener Gegend gewebte Creas und sechs Viertel breite Webeleinwanden gebleicht und gemangelt, auch werden bunte Listados, Arabias u.s.w. appretirt.

Die hier bearbeiteten Waaren gehen größtentheils über Bremen und Hamburg nach Amerika, theils auf die Messe nach Leipzig, Frankfurt an der Oder, Frankfurt am Main und Braunschweig.

Die bereits genannten Mangeln, die Walke, der Hydro-Extrakteur und das Wasserdruckwerk werden durch Wasserkraft getrieben, das Werk ist unterschlägig und hat circa zwei Ellen Gefälle.

Fortwährend sind 18–20 Leute hier in Beschäftigung, welche Zahl zeitweise bis über 30 steigt.

Dieses Etablissement wurden im Jahre 1832 durch Herrn Franz Dittrich senior gegründet und zwar ursprünglich als Schwarz- und Schönfärberei, verbunden mit Druckerei, Mangel und Appretur. Als der jetzige Besitzer, Herr Franz Dittrich junior das Etablissement übernahm, cassirte er das Färbereigeschäft und errichtete an dessen Stelle eine Bleiche, bei deren Anlage die neuesten und zweckmäßigsten Systeme im Auge behalten wurden; Mangel und Appretur blieben beibehalten und erfuhren ebenfalls manche zweckmäßige Veränderung, wodurch das Etablissement auf einen höheren Standpunkt gehoben und fähig gemacht wurde, jede Concurrenz zu bestehen. Es erfreut sich dieses Geschäft auch unter der tüchtigen Leitung seines jetzigen Herrn Besitzers durch gute Bleich- und Appretur, namentlich in baumwollenen Creas und Weben eines weitverbreiteten guten Rufs.



Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 300. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/306&oldid=- (Version vom 11.5.2019)