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und ansehnlicheren derartigen in der Lausitz nicht eben seltenen Denkmäler an die heidnische Vorzeit, und hat einen Umfang von vierhundert Schritt.

In der Nähe des Rittergutes, im tiefen Thal der Spree, eingeengt zwischen bewaldeten Berghängen, finden wir den ansehnlichen Gebäudecomplex der Papierfabrik von Grimm und v. Otto. Die Gebäude bestehen in

einem Hauptgebäude,
drei Nebengebäuden und
einem Wohngebäude.

Außer diesem gehört noch ein Beiwerk bei dem zehn Minuten von der Hauptfabrik entfernten Dorf Schlungkwitz dazu, am Ufer der Spree, der vorhin erwähnten Sorbenschanze gegenüber gelegen, welches

ein Hauptgebäude und
zwei Nebengebäude

besitzt.

Hierzu gehören noch Garten, Felder und Wiesen.

Das Etablissement beschäftigt sich allein mit Papierfabrikation, und es finden seine Erzeugnisse in den Zollvereinsstaaten ihren Hauptabsatz. Die Fabrik besitzt an Maschinen

eine Papiermaschine von Bryan Donkin u. Co. in London,
eine Papiermaschine von Escher, Wyß u. Co. in Zürich,
vier Turbinen (in Doberschau), die eine von 40 Pferdekraft, zwei zu 22 und eine zu 8 Pferdekraft,
eine Turbine von 35 Pferdekraft (in Schlungkwitz),
vier und zwanzig Halb- und Ganzzeug-Holländer,
vier Bleichholländer,
eine Zeugpreßmaschine,
eine Centrifugaltrockenmaschine und
eine Dampfmaschine nach Woolfschem System, von 50 Pferdekraft.

Das Etablissement beschäftigt 130 bis 140 Leute, unter diesen 3 Comptoiristen, 3 Maschinisten und 125 bis 130 Fabrikarbeiter und Arbeiterinnen, von Letzteren 43. Die Zahl der gewöhnlichen Arbeiter und Arbeiterinnen wechselt oft, da die Getreide- und Kartoffelernte Viele zu Hause beschäftigt; im Spätherbst und Winter kommen sie dann zahlreich wieder.

In Bautzen befindet sich das Comptoir und das Verkaufslager der Fabrik.

Von Ausstellungen sind bis jetzt nur die in Leipzig vom Jahre 1846 und die in München 1854 beschickt worden und es erhielt die Fabrik

in Leipzig die große silberne Medaille und
in München die große bronzene Ehren-Medaille.

Besitzer dieses Etablissements sind gegenwärtig die Herren Carl Wilhelm Grimm, Carl Moritz v. Otto, Herrmann Wilhelm Grimm und Bernhard Oscar Grimm.

An der Stelle der heutigen Fabrikgebäude in Doberschau befand sich seit Jahrhunderten schon eine Mahlmühle. Diese erkaufte im Jahre 1835 Herr Carl Wilhelm Grimm, in der Absicht, sie in eine Papierfabrik zu verwandeln. Der neue Besitzer erhöhte durch ein neues Wehr und durch Vertiefung des Abflußgrabens das ursprüngliche Gefälle von acht Fuß (sächsisch Maas) bis auf sechszehn ein halb Fuß englisch, und erbaute in den Jahren 1836 und 1837 die zu einer Schäuffelenschen Maschine nöthigen Gebäude und Holländer. 1841 trat Herr Moritz v. Otto als Teilnehmer in das Geschäft ein und von

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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 82. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/88&oldid=- (Version vom 9.3.2019)