Seite:Allgemeine Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens 6.pdf/331

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alles zu dem Zweck gebrauchen, wozu es uns gegeben ist. In diesem Zweck liegt immer etwas für uns, das uns Nutzen und Freude bringt. Auch die Theile des Körpers, die Wilhelm gemißbraucht hatte, haben einen Endzweck, der ein Beweis großer göttlicher Güte und Weisheit ist, und über diesen Zweck will ich euch jetzt, meine Lieben, so viel sagen, als nöthig ist, um einzusehen, daß jede Verletzung und jeder Misbrauch derselben eine große Sünde sey.

Man nennt diese Theile mit einem sehr schicklichen Namen Geschlechts- oder Zeugungstheile. Geschlechtstheile darum, weil auf sie ein Hauptunterschied, der zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht ist, sich gründet. Diesen Unterschied deuten alle gesittete Völker auch durch eine äußere Verschiedenheit an, in der Art und Weise sich zu kleiden. Das männliche Geschlecht kleidet sich anders als das weibliche, wodurch es zu erkennen giebt, daß es auch zu andern Geschäften und Verrichtungen bestimmt sey, als das weibliche. Zum männlichen Geschlechte gehören Knaben, die einst zu Männern und Vätern bestimmt sind; zum weiblichen, Mädchen, deren Beruf es ist, wenn sie erwachsen sind, Mütter zu seyn. Ein Theil des menschlichen Geschlechts

Empfohlene Zitierweise:
Johann Friedrich Oest: Nöthige Belehrung und Warnung für Jünglinge und solche Knaben, die schon zu einigem Nachdenken gewöhnt sind. In: Allgemeine Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens, Heft 6. Schulbuchhandlung, Wolfenbüttel 1787, Seite 319. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Allgemeine_Revision_des_gesammten_Schul-_und_Erziehungswesens_6.pdf/331&oldid=- (Version vom 31.7.2018)