Seite:Anekdote aus dem Privatleben Wilhelms von Grumbach.pdf/11

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und Vermächtniß gegen einander zu berechnen verlangten, so entsagte Conrad dem letztern, um der erstern zu entgehen. Um die Ehre des Bruders zu retten, bezahlte die Heßra den Überschuß der Schuld, unter dem Vorwand, daß ihr der Bruder die ganze Erbschaft ihrer Schwester Anna noch bey seinen Lebzeiten abgetreten habe.

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Wilhelm von Grumbach war also ein für das Bibraische Geschlecht in allem Betracht theurer und kostbarer Mann[.] Er hatte es so wohl durch öffentliche Tücke, als durch geheime für sein Interesse allein betretene Schleichwege um wirklich beträchtliche Vortheile gebracht. Er hatte über den Bischoff Conrad von Bibra zu Wirzburg und über den Michael von Bibra, den nächsten Stammvetter des Bischoffs Conrad gleich starkes Gewicht. Der letztere machte ein Testament, das seinen Geschlechtsvettern den Genuß seiner Erbschaft, im Grunde zum Vortheil seines Schwagers Grumbachs, um viele Jahre entzog und diesem so gar zu seinen Betrügereyen freye Hände gab, und der erstere vergaß über seinen Grumbach die Vortheile seines Geschlechts ganz. Gerade unter der Regierung des Bischoffs Conrad sagte der Fürstgraf Wilhelm von Henneberg das Erbmarschallamt