Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/101

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sapit qui pauca loquitur. Dort grüßt uns eine Weibsperson.

Jakobina und Costard zun vorigen.

Jakobina. Gott grüß euch, Herr Pfarr, seyd doch so gut, Herr Pfarr, wenn ihr wollt so gut seyn und mir diesen Brief lesen, er kommt vom Herrn Arme, Costard hat ihn mir geben, ich bitt euch sehr.

Nathanael. Fauste precor gelida quando pecus omne sub umbra ruminat und so ferner. Gebt ihn daher (liest heimlich) Ach der gute alte Mantuaner, fast möchte ich von ihm sagen, was der Reisende von Venedig venechi venachea qui non te vide i non te piache, alter Mantuaner! alter Mantuaner! wer dich nicht versteht, dem gefällst du auch nicht. Ut re mi sol la mi fa.

Holof. Mit Erlaubniß, Herr, was ist der Inhalt, oder vielmehr wie Horatius sagt, – was seh ich? Verse?

Nath. Ja Herr! und sehr gelehrte.

Holof. Laßt mich doch eine Strophe, Stanze, Rythmus hören, lege domine!

Nath. Liest.

Meineidig macht die Lieb und dennoch darf sie schwören,
Und heilig wird der Eid den sie der Schönheit schwört.
Ach Schönheit! Eichen kann dein Feur in Weiden kehren,

Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 101. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/101&oldid=- (Version vom 31.7.2018)