Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/103

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Blümlein sowol zu riechen wuste. Die Stärke der Nachahmung macht es noch nicht aus, das kann der Hund und der Affe auch, aber Jungfer! war der Brief an euch gerichtet?

Jakobine. Herr, ich glaube, er ist von einem der fremden Lords.

Nath. (die Aufschrift lesend) Für die schneeweiße Hand der schönen Rosaline. Halt! die Unterschrift ist vom Lord Biron. Das ist einer von den Eidgenossen unsers guten Herzogs.

Dull. O das ist ein Braten für mich. Der König hat verbothen an keine Lady zu sprechen, geschweige zu schreiben, ich bin Sr. Majestät Constabel, geh Jakobine, komm zum Könige, gieb ihm den Brief in seine eigene Hände, sag ihm, Dull der Constabel schickt dich, geh, sag ihm, er ist nicht an dich, Costard hat ihn verwechselt.

Nath. Ja geht nur in der Furcht des Herrn, Kinder! das ist eine Felonie, geht nur.

Holof. Weil die Verse doch so schlecht sind, werther Herr Nathanael, he he he, freylich, freylich. Ich speise heut zu Mittage bey dem Vater einer meiner Schülerinnen, ich will nach dem privilegio, das mir mein treuer Fleiß an diesem subiecto giebt, euch höflichst dort zu Gaste geladen haben und da wollen

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Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 103. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/103&oldid=- (Version vom 31.7.2018)