Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/112

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Prose, Raserey und Thränen. Einen großen König in eine Grille verwandelt, Herkules den Kreisel peitschen, den tiefsinsinnigen Salomo einen Baurentanz fiddeln, Nestor mit den Gassenbuben kegeln, und Timon Gespensterhistörchen erzählen. Wo thut es weh, sagt mirs, guter Dümain, ihr edler Longaville, wo fühlt ihr die meisten Schmerzen, und ihr, theurester Souverain! –

König. Dein Scherz wird bitter. Himmel! so verrathen.

Biron. Nicht ihr seyd verrathen, ich, ich bins, ich ein ehrlicher Schelm, der es treuherzig mit seinem Eide meynte, ich der mich zu einer Gesellschaft that, die meine Gewissenhaftigkeit nur zum Besten hielt.

König. Still! wer kommt da so eilfertig.

Biron. (bey Seite sich in Finger beissend) daß dich das – mein Postillion d’Amour.

Costard und Jakobine.

Jakobina. Viel Glück dem Könige!

König. Was bringt ihr?

Costard. (immer bückend) Eine verrätherische Verrätherey.

König. Was sagt ihr?

Jakobine. Ich bitte Ew. Majestät diesen Brief zu lesen. Der Constabel schickt

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Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 112. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/112&oldid=- (Version vom 31.7.2018)