Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/129

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Wahrheit er hat mein Conterfey in dem Briefe gemacht.

Prinzes. Wem gleichst du den?

Rosaline. Den Buchstaben hier, nicht dem Sinn der Buchstaben.

Prinzes. Wie viel Selbsterkenntniß! Und du Catharine, was hat Dümain dir geschenkt.

Cath. Einen Handschuh gnädige Frau.

Prinzes. Was? nicht einmal ein Paar?

Cath. Freylich doch, und viel Paar treuverliebte Reime obenein.

Maria. Dieß und diese Schnur ächter Perlen schenkte mir Longaville, der Brief ist eine halbe Meile lang.

Prinzes. Du wünschtest die Schnur Perlen lieber so lang und den Brief desto kürzer, nicht? Wir sind doch recht undankbar, Mädchens!

Rosaline. Und sie recht einfältig. Wenn ich nur den Biron recht quälen könnte, eh wir reisen. In einer Woche hätt ich ihn unter den Füssen.

Prinzes. Nimm dich nur selber in Acht, niemand wird leichter übertölpelt als der Witz, wenn er bis zu einer gewissen Höhe steigt. Da gehn die Grenzen der Narrheit an.

Rosaline. Junges Blut siedet so hoch nicht auf.

Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 129. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/129&oldid=- (Version vom 31.7.2018)