Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/134

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Ros. Wißt ihr um nichts bessers zu bitten, als daß der Mond in Pfützen scheinen soll.

König. Wenn ich dreister reden darf, so fleh ich euch schöner Mond um nichts weiter als – nur einmal zu wechseln.

Ros. Macht Musik, ich will mit euch tanzen, aufgespielt – nein, nein, ich tanze nicht. So wechselt der Mond.

König. Wie denn? ihr wollt nicht mehr tanzen?

Ros. Den Mond. –

König. Wollt ihr immer noch Mond bleiben?

Ros. Die Musik geht schon, auf, hurtig, bewegt euch.

König. Ihr auch.

Ros. Nun weil ihr denn Fremde seyd und so weiten Wegs gekommen, so gebt mir denn eure Hand – aber ich tanze nicht.

König. Grausame! warum nahmt ihr denn meine Hand.

Ros. So wechselt der Mond – es geschah aus Höflichkeit.

König. Ach noch mehr Höflichkeit ich beschwöre euch.

Ros. Wir können um den Preis nicht mehr geben.

König. So bestimmt uns den Preis selber. Womit können wir eure Gesellschaft erkaufen?

Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 134. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/134&oldid=- (Version vom 31.7.2018)