Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/141

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Biron. Schönes, angenehmes Fräulein, euer Witz könnte Weisheit selber zur Narrheit machen. Das hellste Auge, wenn es das feurige Auge des Himmels grüsset, verliert sein Licht, bey eurem Reichthum scheint die Weisheit selber Thorheit, und der Reichthum Armuth.

Ros. Warum nehmt ihr euch der Leute an? wollt ihr mir etwa beweisen, daß ihr weise und reich seyd?

Biron. Ich bin ein Narr, und arm an Fähigkeit.

Ros. Ihr nehmt zu schnell was euch gehört.

Biron. Ich bin euer mit allem was ich besitze.

Ros. Also mein Narr.

Biron. Ich darf euch sonst nichts schenken.

Ros. Wie sah die Maske aus, die ihr trugt?

Biron. Was? wo? welche Maske?

Ros. Hier denn – die das häßliche Gesicht verbarg.

König. Wir sind verrathen, sie machen uns zu schanden.

Dum. Ich denke, wir gestehen lieber alles.

Prinzes. Warum so erschrocken, mein Prinz? warum so still?

Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 141. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/141&oldid=- (Version vom 31.7.2018)