Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/156

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unserm Eide gespielt, Lädies, eure Schönheit hat uns verunstaltet, allen unsern Vorsätzen und Entschließungen eine andere Gestalt gegeben. Eure himmlischen Augen allein sind an unserer Verwandlung Ursach, unsere Verirrungen sind die eurigen, wenn ihr nicht mit uns helft sie zu einem guten Zweck zu leiten. Wir waren untreu gegen uns selbst, als wir meineydig wurden, um auf ewig benen treu zu bleiben, die beydes aus uns gemacht, euch schöne Ladies. Und eben nur dadurch reinigt diese Falschheit, die sonst Sünde wäre, sich selbst und wird zur Gnade.

Prinzes. Ich gestehs wir haben eure Briefe, eure Geschenke voll Liebe empfangen, aber in unserm Mädchenkriegsrath alles dieß für Galanterie, für Bombast und Unterfutter der Zeit und der Umstände erklärt.

Dümain. Unsere Briefe gnädige Frau, zeigten etwas mehr als Scherz.

Longav. So auch unsere Blicke.

Rosal. Wir haben sie so nicht verstanden.

König. O jetzt in der letzten Gunst der Zeit erklärt euch.

Prinzes. Eine viel zu kurze Zeit, mein Prinz! einen Handel auf die Ewigkeit zu schliessen. Ewr. Herrlichkeit ist meineydig worden, wenn Ihr aus Liebe zu mir (da ich

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Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 156. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/156&oldid=- (Version vom 31.7.2018)