Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/64

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König. Du erspahrst dir einen großen Schimpf.

Biron. (liest) „Daß eine ganze Meile im Umkreise keine Weibsperson meinem Hofe nahen soll – – ist das proklamiret worden?

Longaville. Seit vier Tagen schon.

Biron. Und bei Strafe? – „ihre Zunge zu verlieren“?[WS 1] Wer gab die Strafe an.

Longaville. Ich.

Biron. Warum?

Longaville. Weil es die ärgste ist, die man ihnen drohen kann.

Biron. (weiterlesend) „Wenn eine Mannsperson innerhalb dieser drey Jahre mit einem Weibe spricht, soll er eine so strenge öffentliche Beschimpfung, als der Hof ohne Stöhrung der allgemeinen Ruhe –“

Diesen Punkt, mein Fürst! seyd ihr selbst gezwungen zu brechen, denn ihr wißt, daß die Prinzessin des Königs von Frankreich unterwegens ist, mit euch wegen der Uebergabe von Aquitanien an ihren alten Vater zu akkordiren. Dieser Punkt wäre also null und nichtig, oder die ganze Reise und der Auftrag der schönsten aller Prinzessinnen – –

König. Was sagt ihr dazu, Ritter? Wahrhaftig, ich hatte es ganz und gar vergessen?

Anmerkungen (Wikisource)

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Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 64. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/64&oldid=- (Version vom 31.7.2018)