Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/7

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Ausdrücken von der Heftigkeit ihrer Flammen, daß sie sterben, ganz gewiß und unausbleiblich den Geist aufgeben, sich genöthigt sehen, falls diese nicht. Ich darf mich hier nicht lange erst besinnen, was für Meister für diese Bühne gearbeitet, grosse Akteurs auf derselben erschienen, es würde mir beschwerlicher werden, Ihnen die Liste von beyden vorzulegen, als es dem guten Vater Homer mag geworden seyn, die griechischen und trojanischen Officiere herzubethen. Man darf nur die vielen Journäle, Merkure, Aesthetiken mit Pröbchen gespickt – und was die Schauspieler betrift, so ist der feine Geschmack ihnen überall schon zur andern Natur geworden, über und unter der sie wie in einem andern Clima würden ersticken müssen. In diesem Departement ist Amor Selbstherrscher, alles athmet, seufzt, weint, blutet, ihn und den Lichtputzer ausgenommen ist noch kein Akteur jemals hinter die Coulisse getreten, ohne sich auf dem Theater verliebt zu haben. Laßt uns nun noch die fünfte Kammer besehen, die von dieser die umgekehrte Seite war, obschon es den erleuchteten Zeiten gelungen, auch bis dahin durchzudringen und der höllischen Barbarey zu steuren, die die Dichter vor und unter der Königin Elisabeth daselbst ausgebreitet.

Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/7&oldid=- (Version vom 31.7.2018)