Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/73

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Mot. So werdet ihr doch gewiß wissen, wieviel’s macht, wenn ich zu einem Zweyer eine As thue.

Arm. Es macht zwey mehr als eines.

Mot. Und das nennt der Pöbel drey.

Arm. Es kann seyn.

Mot. Also, Herr! ist denn dazu Kopfbrechens vonnöthen? Ihr habt nun die drey studirt, ist auf der Welt Gottes nichts leichter, setzt nun das Wort Jahr zu dem Wort drey und studirt die zwey Worte, das müste ja ein Tanzbär können, warum ihr nicht?

Arm. Eine schöne Figur!

Mot. Ich wills euch mit Zahlen aufschreiben.

Arm. Hör, ich will dirs nur gestehn, ich bin verliebt, und weil es niedrig für einen Helden ist verliebt zu seyn, so bin ich in ein niedriges Mensch verliebt. Wenn ich mich von diesen verworfenen Gedanken frey machen könnte, ich wollte mein Schwerdt ziehn, sie sogleich zu Gefangenen machen und gegen französische Galanterie austauschen. Ich schäme mich zu seufzen, ich möchte den Kupido gern beschwören. Tröste mich, Junge! was für grosse Leute sind verliebt gewesen?

Mot. Herkules, Herr.

Arm. O der allerliebste Herkules. Mehr Autoritäten, Junge! nenne mir mehr Namen,

Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 73. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/73&oldid=- (Version vom 31.7.2018)