Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/94

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Boyet. Ich glaub nicht, daß er es war.

Prinzessin. Wer es auch war – er zeigt’ einen emporstrebenden Geist. Meine guten Lords, macht euch fertig, wir sollen heute Bescheid erhalten und Samstag geht es nach Frankreich (zum Förster) weist uns den Dickigt an, wo wir die Mörder spielen sollen.

Förster. An der Ecke jener Baumschule bleibt stehen, da werdt ihr gewißlich nicht fehlschiessen.

Costard kommt.

Boyet. Hier kommt ein Mitglied des gemeinen Wesens.

Cost. Ich hab einen Brief vom Herrn Biron an die Dame Rosaline.

Prinzessin. O her damit, her damit, er ist mein guter Freund – Entfernt euch, Bote! Brich auf, Boyet!

Boyet. Der Brief ist unrecht. Die Adresse ist an Miß Jakobinen.

Prinz. Es schadet nichts, wir müssen ihn einmal hören, brich dem Siegel nur den Hals.

Boyet. (liest) Beym Himmel! daß du schön bist, ist untrüglich, wahr ists, daß du hübsch aussiehst und daß du ein feines Gesicht hast, die lautere Wahrheit. Schöner als schön, hübscher als hübsch, wahrer als die Wahrheit selbst, hab Erbarmen mit deinem

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Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 94. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/94&oldid=- (Version vom 31.7.2018)