Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/98

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zu machen, oder vielmehr ostentare zu scheinen, glänzen, schimmern.

Dull. Ich sagte, das Thier war kein haud credo, es war ein Hirschkalb.

Holof. Aufgewärmte Einfalt! bis coctus. O du monstrum der Unwissenheit.

Nath. Herr, er hat nie die Leckerbißlein gekostet, die uns in den erbaulichsten Büchern zubereitet werden, er hat kein Pappier gessen, keine Dinte trunken, seine Seele ist ungebauet und leer, nur an den gröbern Theilen empfindlich. Diese niedrigen und unfruchtbaren Bäume sind uns dargestellt, daß wir sollen dankbar seyn, wir die wir nur an den feinern Theilen empfinden, die ihm gänzlich verschlossen seyn. Denn so wie es uns übel anstehen würde, hölzern und grob zu thun, so wäre es ein wahrer Schandfleck für die gelehrte Welt, wenn man ihn in eine Schule thäte. Aber omne bene sag ich, mancher kann das Wetter nicht vertragen, und segelt doch mit dem Winde.

Dull. Ihr seyd doch beyde von den Studirten, Herr! könnt ihr mir sagen, was war einen Monath alt zu Adams Zeiten, daß noch itzunderst nicht fünf Wochen alt ist.

Holof. Dictinna guter Freund, Dictinna guter Freund.

Dull. Was ist das dick dünn, was ist das?

Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 98. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/98&oldid=- (Version vom 31.7.2018)