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größte Aehnlichkeit mit dem der Schwefelverbindungen des (einfach) Schwefelurēns; sie sind wieder dadurch charakterisirt, daß sie sich beim Kochen mit Wasser zersetzen, das Zweifachschwefelurēn: , das hierdurch frei wird, setzt sich sogleich in die Schwefelcyan-Schwefelwasserstoffsäure: , um. Auch das Verhalten zu Kali ist wieder ganz analog dem der früheren; man erhält hierbei eine Schwefelverbindung und Schwefelcyan-Schwefelkalium. Bei den vorhergehenden erhielt man außer diesen beiden noch Cyankalium, weil der Schwefel nicht hinreichend war alles Cyan in Schwefelcyan umzuwandeln.

IV. Dreifachschwefelurēn-Schwefelwasserstoffsäure[1].

Doppeltschwefelwasserstoff-Schwefelcyan (Zeise).

Formel:

Die Dreifachschwefelurēn-Schwefelwasserstoffsäure ist ebenfalls von Zeise bei seiner früheren Untersuchung[2]}} über die Einwirkung von Ammoniak auf Schwefelkohlenstoff entdeckt, und von ihm neuerdings[3] näher untersucht worden. Man erhält sie, indem man eine Auflösung von Zweifachschwefelurēn-Schwefelammonium entweder mit Salzsäure und Eisenoxydsalzen oder mit Chlorwasser vermischt, welche letztere Methode Zeise vorzieht. Man verfährt, nach ihm, am besten, wenn man das Salz in 5 bis 6 Theilen Wasser auflöst, und sogleich unter fleißigem Umschütteln allmälig Chlorwasser hinzufügt, bis sich eine ziemlich große Menge dieses Körpers in weißen krystallinischen Flocken abgeschieden hat. Die über dem Niederschlag stehende Flüssigkeit

  1. Diese Verbindung werde ich, da sie in diesen Annalen noch nicht beschrieben wurde, ausführlicher abhandeln als die vorhergehenden.
  2. Schweigger’s Journal, Bd. XXXXI S. 98.[WS 1]
  3. Journal für praktische Chemie, Bd. XXX, S. 292; auch Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. XXXXVIII S. 95.[WS 2]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Will. Christoph Zeise: Ueber die Wirkungen zwischen Schwefelkohlenstoff und Ammoniak im Alkohol, mit den dabei hervorgebrachten Verbindungen, und besonders von einer neuen Klasse von Schwefelcyanverbindungen. In: Journal für Chemie und Physik. Bd. 41 (1824), S. 98–115 Internet Archive
  2. W. C. Zeise: Ueber ein aus Ammoniumsulfocyanhydrat durch Chlor entstehendes Product, in: Annalen der Chemie und Pharmacie. Band 48 (1843), Seite 95–106 Quellen
Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Annalen der Physik und Chemie, Band LXIII. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1844, Seite 102. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Annalen_der_Physik_und_Chemie_Bd_63_1844.pdf/113&oldid=- (Version vom 31.7.2018)