Seite:Annalen der Physik und Chemie Bd 63 1844.pdf/375

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

angenähert in der Wirklichkeit so vorkommt, daß die Glieder mit , … fehlen. Ich ziehe daher nicht in Zweifel, daß durch jenes Glied die Empfindung des Tones wirklich erregt wird[1]. Allein daraus folgt immer nur, daß ein Ton von jener Form seyn kann, aber nicht, daß jeder Ton derselben genügen muß. Warum sollten z. B. Wellen von der Form wie Fig. 3 bis 6, S. 354, nicht vielleicht eben so gut, und frei von Beitönen, denselben Ton geben, wie die erste Form. Mir ist kein Grund bekannt, der das Gegentheil bewiese, und so lange nicht gezeigt ist, daß bei jeder mit der engeren Definition (Fig. 1 S. 354) nicht übereinstimmenden Wellenform Beitöne vorhanden sind, kann ich nicht anerkennen, daß die Annahme dieser engeren Form nothwendig sey.

2) Ist die Annahme der engeren Form hinreichend, um die auf dem Gebiete des Tones vorliegenden Erfahrungen zu erklären? Wäre sie es, so würde man sie für sehr wahrscheinlich zu halten haben, und dieß allein ist es, meines Dafürhaltens, was Ohm zu zeigen gesucht hat. Allein die engere Form wurde von mir nicht hinreichend gefunden 1) zur Erklärung einiger Erfahrungen an der Sirene. Gegen diesen Einwurf hat Ohm die bereits besprochene Hypothese einer Gehörstäuschung aufgestellt. 2) Ich halte die engere Form nicht für hinreichend, weil sie, wie ich’s diese Ann. Bd. LIII S. 435[WS 1] und Bd. LX S. 480[WS 2] erinnerte, keine Verschiedenheit des Klanges zuläßt. Denn in dem Werthe bestimmt die Höhe, die Stärke des Tones und ist offenbar für die Beschaffenheit desselben von keiner Bedeutung, also bleibt Nichts übrig, was eine Verschiedenheit des Klanges begründen könnte. Man müßte also, bei jener Annahme, alle diese Verschiedenheiten entweder

  1. Andere Akustiker, namentlich Pellisov und Cagniard-Latour würden übrigens, wenn ich nicht irre, wohl nicht einmal dieß zugeben.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Beobachtungen über einige Bedingungen der Entstehung von Tönen. In: Annalen der Physik und Chemie. Band 129, Joh. Ambr. Barth, Leipzig 1841, S. 417 Quellen
  2. August Seebeck: Ueber die Sirene. In: Annalen der Physik und Chemie. Band 136, Joh. Ambr. Barth, Leipzig 1843, S. 449
Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Annalen der Physik und Chemie, Band LXIII. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1844, Seite 364. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Annalen_der_Physik_und_Chemie_Bd_63_1844.pdf/375&oldid=- (Version vom 31.7.2018)