Seite:Annalen der Physik und Chemie Bd 63 1844.pdf/586

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wobei, unter fortwährendem Steigen des Siedpunkts, anfangs ein farbloses, später ein gelblich gefärbtes Oel überdestillirt. In der Retorte bleibt eine geringe Quantität eines braunen Harzes, das sich bei weiterer Erhitzung in stinkende Gase und zurückbleibende Kohle verwandelt.

Wird das rohe Oel mit Wasser der Destillation unterworfen, so geht mit den Wasserdämpfen ein dünnflüssiges farbloses Oel über, während in der Retorte eine geringe Quantität eines grünen zähflüssigen Oeles zurückbleibt. Das dünnflüssige Oel bricht das Licht stark, besitzt einen angenehmen aromatischen Geruch und ein specifisches Gewicht von 0,868 bei 12° C.; von schmelzendem Kalihydrat destillirt es ohne Veränderung seines Geruches ab; wird es bei gewöhnlicher Temperatur mit Kalium in Berührung gebracht, so zeigt sich keine Reaction, beim Erwärmen färbt es sich jedoch unter Ausscheidung von braunen Flocken gelb. Von einer durch Chlorcalcium getrockneten Quantität dieses Oeles gaben, der Elementaranalyse unterworfen:

I. 0,3135 1,001 Kohlensäure und 0,3245 Wasser
II. 0,222 0,7075 - - 0,234 -

oder im Hundert:

I. II.
Kohlenstoff 88,287 88,126.
Wasserstoff 11,502 11,711.
99,789 99,837.

Dieses Oel hat demnach dieselbe procentische Zusammensetzung wie das Terpentinöl, ist jedoch in seinem Geruch, wie in seinem Verhalten zu trocknem salzsaurem Gase wesentlich von demselben verschieden. Leitet man einen Strom trocknen salzsauren Gases durch dieses Oel, so absorbirt es dasselbe unter Wärmeentwicklung in bedeutender Quantität und nimmt dabei eine schwarzbraune Farbe an, giebt jedoch nur sehr schwierig

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Verschiedene: Annalen der Physik und Chemie, Band LXIII. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1844, Seite 575. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Annalen_der_Physik_und_Chemie_Bd_63_1844.pdf/586&oldid=- (Version vom 31.7.2018)