Seite:Ausführliche theoretisch-praktische grammatik der ungarischen sprache für Deutsche.djvu/21

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Liste.png Ballagi Moriz (Mór Ballagi): Ausführliche theoretisch-praktische grammatik der ungarischen sprache für DeutscheAusführliche theoretisch-praktische grammatik der ungarischen sprache für Deutsche


Punkten und einem Accente dazwischen (ö́), lautet wie das deutsche ö in König, als: , Haupt, őr, Wache, rőt, rothbraun.

s klingt wie das deutsche sch, worauf der Anfänger besonders zu merken hat, als: sas, Adler, , Salz; wogegen

sz wie das deutsche ss oder auch ß klingt, als: szász, Sachse, szesz, Geist.

ty klingt wie tj in einem Laute, als: tyúk (tjúk), Henne.

u ohne Accent lautet wie das deutsche kurze u, als: falu, Dorf, tudom, ich weiß es.

ú mit Accent lautet wie das deutsche uh in Uhr, als: úr, Herr, kút, Brunnen.

ü mit zwei Punkten ist ein Mischlaut ähnlich dem deutschen ü in über, nur noch kürzer ausgesprochen, als: ünnep, Fest, üdv, Heil.

ű mit Doppelaccent lautet wie das ü in dem Worte Mühe, als: , Gras, szűcs, Kirschner.

v wird wie das deutsche w ausgesprochen, als: vad, wild, öv, Gürtel.

z klingt wie das deutsch s in böse, als: zab, Hafer, őz, Reh.

zs kann mit deutschen Lautzeichen nicht dargestellt werden: es ist ein gelindes sch mit einem leisen Anlaute des früher genannten Buchstaben z, wie das g in der letzten Silbe des französischen Wortes negligée, welches auch im Deutschen üblich ist, als: zsámoly, Schemel, rozs, Roggen.


Eintheilung und Wesen der Laute.
§ 3.

Die 38 Laute der ungarischen Sprache theilen sich in 14 Vocale: a, á, e, é, i, í, o, ó, ö, ő, u, ú, ü, ű, und 24 Konsonanten: b, cz, cs, d, f, g, gy, h, j, k, l, ly, m, n, ny, p, r, s, sz, t, ty, v, z, zs. - Die Vocale spielen im Ungarischen eine weit wichtigere Rolle, als in anderen Sprachen, und machen einen ebenso wesentlichen Bestandtheil der Wörter aus, als die Mitlaute. Ganz verschiedene Bedeutung haben daher z.B. folgende Wörter mit ganz gleichen Konsonanten und blos verschiedenen Vocalen: kar, Arm, kár, Schaden, kér, er bittet, kor, Zeit, kór, Krankheit, kör, Kreis. Auch ist die ungarische Sprache sehr vokalreich und duldet keine starke Häufung von Mitlauten, namentlich fängt nie eine Silbe mit mehren engverbundenen Konsonanten an, wie im Deutschen in den Wörtern: Brod, Sprache. Wenn daher ein Wort mit solcher Konsonantenhäufung aus einer fremden Sprache entlehnt wird, so schiebt man entweder vor oder zwischen die Mitlaute einen Vokal ein, z.B. istálló, von Stall, iskola, vom lateinischen scola, Schule, kalász, vom slawischen klász, Ähre, sinór, von Schnur, goromba, von grob.

Empfohlene Zitierweise:

Ballagi Moriz (Mór Ballagi): Ausführliche theoretisch-praktische grammatik der ungarischen sprache für DeutscheAusführliche theoretisch-praktische grammatik der ungarischen sprache für Deutsche. , 1842, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Ausf%C3%BChrliche_theoretisch-praktische_grammatik_der_ungarischen_sprache_f%C3%BCr_Deutsche.djvu/21&oldid=3057032 (Version vom 28.10.2017)